224 Gebete.
und Nachbarn, dazu auch Haus und Hof. Gib, o treuer Vater, eine stille, ruhige Nacht auch allen denen, die in Kümmernis, Krankheit, Herzeleid, Not und Anfechtung sind, die ohne deine wunderbare Hand vor Leibes und der Seele Schmerzen den Schlaf nicht finden. Behüte uns vor allem Übel. Wecke mich frühe sanst auf zu deines Namens Ehre und lehre mich deinen Willen tun nach deinem Wohl⸗ gefallen. Und wenn ich an meinem letzten Ende meine Augen zu⸗ schließe und selig in deiner Gnade einschlafe, so erwecke mich am Tage der Auferstehung alles Fleisches fröhlich zum ewigen Leben.
2 lmen 4. Abendgebet am Dienstage.
Allmächtiger, ewiger Gott, wie freundlich bist du denen, die auf dich harren, und der Seele, die nach dir fraget. Wie hast du mich die⸗ sen Tag so gnädiglich angesehen, der ich doch alles Guten unwürdig bin, hast nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missetat. Das danke ich dir von ganzem Her⸗ zen. O Herr, laß dir angenehm sein, was ich diesen Tag in deinem Namen getan habe; vergib mir, was ich wider deinen göttlichen Wil— len gesündigt habe. Laß in mir nicht verlöschen das Licht des Glau⸗ bens und deiner Erkenntnis, laß nicht mich überfallen die grausame Finsternis der Unwissenheit, des Unglaubens und der Verzweiflung, behüte mich vor der ewigen Nacht. Herr, bleibe bei mir, denn der Tag hat sich geneiget, und es ist niemand, der mich in der Finsternis erhalten möge, denn du allein, mein Gott. Hilf uns, so wir wachen, daß wir in Christo wachen; behüte uns, so wir schlafen, daß wir in Frieden ruhen. Suche heim und regiere dieses Haus und vertreibe davon alle Schrecken des Feindes und laß deine heiligen Engel darin wohnen. Dein heiliger Segen bleibe über uns durch Jesum Chri⸗ stum, unsern Herrn. Amen.
5. Abendgebrt am Mittwoch.
Ich sage dir Dank, du wahres, ewiges Licht, daß du mich in dem Glanze deiner göttlichen Gnade und deines Geistes in dieses na⸗ türlichen Tages Schein vor schweren Sünden behütet hast. Laß nun, o Gott, der du die Nacht dem gebrechlichen Leibe zur Ruhe verordnet hast, meine mühselige, sündige Seele in dir ruhen und Frieden ha⸗ ben vor aller List und jeglichem Anlauf des bösen Geistes. Meine Sinne und Gedanken laß samt Händen und Füßen feiern, schweigen und stille sein zu dir, der du den Deinen gegenwärtig und unvergessen bist auch im tiefen Schlafe. Laß ja nicht mein träges Fleisch die arme Seele überwältigen, daß sie dein vergesse des Nachts. Dir be⸗
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