Geistliche Volkslieder. 559
Was donnert in der Sünder Ohren Gleich einem Schwur, von Gott
geschworen? Was ists, das durch die Seele bohrt? Das ist das Wort, das feste Wort.
4. Was säuselt wie ein Westen⸗ wind Vom Frühlingshimmel sanft und lind? Was säuselt liebreich durch die Herzen, Ein Trost und Balsam aller Schmerzen?
Was wehet alle Sorgen fort? Das ist das Wort, das feste Wort.
5. O Wort der Macht, o Wort der Kraft, Das so gewaltig wirkt und schafft, O Wort der Schrecken und der Freuden, Zum Heilen mächtig und Zer⸗ schneiden, Du warest eh als Zeit und Ort, Du starkes Wort, du festes Wort.
6. O Wort der Macht, o Wort der Kraft,
Du meines Herzens Ritterschaft, Wollst ewig in und bei mir räir en, Durch Donner und durch Säu⸗ seln treiben Zum rechten Kampfe fort und fort, Mein starkes Wort, mein festes Wort!
E. M. Arndt, 4 1860.
33. Was macht ihr, daß ihr weinet
Und brechet mir mein Herz? Im Herrn sind wir vereinet Und bleibens allerwärts.
Das Band, das uns verbindet,
Löst weder Zeit noch Ort; Was in dem Herrn sich findet, Das währt in ihm auch fort.
2.Man reicht sich wohl die Hände, Als sollts geschieden sein,
Und bleibt doch ohne Ende
Im innigsten Verein.
Man sieht sich an, als sähe Man sich zum letztenmal,
Und bleibt in gleicher Nähe Dem Herrn doch überall.
3. Man spricht: Ich hier, du dorten, Du ziehest und ich bleib,
Und ist doch aller Orten
Ein Glied an einem Leib. Man spricht vom Scheidewege Und grüßt sich einmal noch Und geht auf einem Wege
In einer Richtung doch.
4. Was sollen wir nun weinen Und so gar traurig sehn?
Wir kennen ja den Einen,
Mit dem wir alle gehn.
In einer Hut und Pflege, Geführt von einer Hand,
Auf einem sichern Wege
Ins eine Vaterland.
5. So sei denn diese Stunde Nicht schwerem Trennungsleid, Nein, einem neuen Bunde Mit unserm Herrn geweiht. Wenn wir uns ihn erkoren Zu unserm höchsten Gut, Sind wir uns nicht verloren, Wie weh auch Scheiden tut.
Ph. Spitta, 4 1859.
34.
Weil ich Jesu Schäflein bin, Freu ich mich nur immerhin Über meinen guten Hirten,
Der mich schön weiß zu bewirten,


