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Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. 217
welches denn alle bedeckten Gänge um den Tempel ergriff. Er gab zwar sogleich den Befehl, das Feuer zu löschen, um das noch unversehrte Haupt⸗ gebäude des Tempels zu erhalten, aber keine menschliche Vorsicht vermochte den Ratschluß Gottes zu verhindern. Ein heftiger Ausfall der Juden zog das Gefecht in die Nähe des Tempels, und ein römischer Soldat warf aus eigenem Antriebe, oder vielmehr von einer höhern Hand geleitet, einen seurigen Brand in ein Fenster der an den Tempel gebauten Zimmer. Sogleich breitete sich das Feuer in diesem Nebengebäude aus. Titus eilte alsbald den Brand zu löschen, aber seine Befehle wurden nicht vernommen. Die römischen Legionen drangen wütend auf den Tempel zu, unterhielten die immer weiter um sich greifenden Flammen, und erfüllten alles mit Blut und Leichen. Titus begab sich mit einigen seiner Heerführer selbst in den Tempel, besah dessen Heiligtum und die darin befindlichen Geräte und fand, daß die Pracht alle Nachrichten davon weit Überträfe. Er erneuerte die eifrigsten Bemühungen, dieses Innere des Tempels zu retten, aber vergeblich; der ganze Tempel ward, wie Josephus bemerkt, an eben dem Tage, da der erste von den Babyloniern verbrannt worden, durch die Flammen völlig verzehrt. Ein allgemeiner Raub und die blutigste Nieder⸗ lage verbreitete sich ohne einiges Verschonen in dem ganzen Raum des Tempels. Die römischen Soldaten pflanzten an das östliche Tor desselben ihre Kriegeszeichen, brachten daselbst ihre heidnischen Opfer, und riefen den Titus als Sieger aus. Eine Anzahl Priester, so auf der Mauer des Tempels ihre Sicherheit gesucht, flehte vergeblich um ihr Leben; Titus antwortete, die Zeit der Begnadigung sei geendet, und sie mußten nunmehr mit ihrem Tempel umkommen.
Die Aufrührer hatten sich inzwischen mit gewaffneter Hand den Weg aus dem Tempel geöffnet, und verlangten eine Unterredung mit dem Titus. Dieser erbot sich, ihnen das Leben zu schenken, wenn sie sogleich die Waffen niederlegen und sich ergeben würden; als sie sich aber dessen, unter der Vorschützung eines Eides, weigerten und einen freien Abzug verlangten, versagte er ihnen alle Gnade, übergab die untere Stadt der Plünderung und dem Feuer, und griff den noch übrigen Teil derselben an, in welchen sich die sämtlichen Aufrührer unter dem Simon und Johannes gezogen hatten. Sobald die römischen Maschinen auch hier die Mauer durchbrochen, überfiel diese Hartnäckigen die mutloseste Verwirrung. Voll Furcht und Schrecken verließen sie die von ihnen besetzten sehr festen Türme, versuchten vergeblich durch die römischen Verschanzungen zu entkommen und verbargen sich endlich in unterirdische Höhlen. Die Römer bemächtigten sich also auch der ganzen obern Stadt, plünderten selbige und zündeten sie nach der entsetzlichsten Niederlage unter den Einwohnern mit Feuer an. Dieses geschah am 8. September des Jahres 70 nach Christi Geburt.
Als Titus in die nun völlig eroberte Stadt ging und die ungemeine Festigkeit ihrer Mauern und Türme bewunderte, brach er in dieses ihm rühmliche Geständnis aus: Wir haben mit Gottes Beistand Krieg geführt; es ist Gott, der die Juden aus diesen Festungen herausgetrieben hat, denn was würden menschliche Hände und Maschinen gegen solche Türme vermögen?
Gleich nach der Eroberung wurden die noch Übrigen Aufrührer sämtlich getötet. Die ansehnlichsten Jünglinge wurden zum Triumphe des Titus, die übrigen Gefangenen aber zu den römischen Schauspielen oder zu schweren Arbeiten bestimmt; die, so unter 17 Jahren, wurden verkauft. Die Zahl aller in dem ganzen Kriege Gefangenen rechnet Josephus auf 97000 und der in der Belagerung Umgekommenen auf 1100000, außer der großen


