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Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche : [nebst] Gebete [und] Lektionar [und] Ordnung des Haupt-Gottesdienstes an Sonn- und Festtagen
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Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. 2¹⁵

eigenen Beförderung seines Unterganges längern Raum zu lassen. Der Tod des Nero und die darauf folgenden öfteren Veränderungen mit dem römischen Kaisertum verzögerten die Belagerung noch weiter; und als Vespasian selbst zum Kaiser erwählt ward, begab er sich nach Rom, und überließ die Fortsetzung des Krieges dem Titus.

Die durch die unerhörten Grausamkeiten des Johannes und der Zeloten äußerst beängstigten Einwohner in Jerusalem hatten in dieser Zeit ein neues Heer von Räubern unter einem Anführer namens Simon in die Stadt gelassen, um durch sie von jenen Ungeheuern befreit zu werden; allein diese abermalige Verblendung vergrößerte nur ihr Elend. Denn dieser Simon, der bereits in Idumäa die fürchterlichsten Verwüstungen angerichtet, übertraf annoch den Johannes an Grausamkeit und Blutbegierde, zwang denselben, sich in den Tempel zurückzuziehen, und da auch dessen Partei sich trennte, und ein Teil derselben unter dem Eleazar den innern Tempel behauptete, so bekriegten diese drei räuberischen Haufen sich untereinander auf das heftigste, opferten eine große Menge der Einwohner ihrer Wut auf, ver⸗ darben durch Raub und Brand den in der Stadt befindlichen Vorrat der Lebensmittel, und legten dadurch den Grund zu der bald nachher erfolgenden erschrecklichen Hungersnot.

Bei einer solchen Verfassung rückte Titus im siebenzigsten Jahre nach Christi Geburt im Anfange des Aprils mit seinem wohlgerüsteten Heere und in Begleitung des Josephus vor die Stadt Jerusalem. Selbige war mit einer dreifachen sehr starken Mauer und vielen Türmen versehen und faßte, außer dem sehr befestigten Tempel, die Burg Antonia und andre feste Schlösser in sich. Die Feier des Osterfestes hatte auch damals eine ungewöhnliche Menge Juden in derselben versammelt, wodurch sowohl die Hungersnot desto geschwinder vermehrt, als auch der auf der ganzen Nation ruhende Fluch um so deutlicher offenbar wurde. Bei dem Anfange der an Widerd vereinigten sich zwar die drei aufrührerischen Rotten zum tapfern Widerstande gegen die Römer, fügten ihnen durch heftige Ausfälle vielen Oeah zu, und setzten bei einem derselben selbst den Titus in die äußerste Gefahr. Allein jene Vereinigung dauerte nicht lange. Johannes überwältigte durch List und Gewalt die Partei des Eleazar, und bemächtigte sich unter vielem Blutvergießen des ganzen Tempels. Die Verteidigung der Stadt war also zwischen ihm und dem Simon geteilet, die aber gleichfalls nicht aufhörten, sich untereinander zu bekriegen, sobald nur die Römer ihnen einige Ruhe ließen.

Nachdem Titus den Juden vergeblich den Frieden anbieten lassen, ward die Belagerung mit großem Eifer fortgesetzt und gegen das Ende des Aprils die erste Mauer und fünf Tage nachher die andre eingenommen, und obwohl die Juden sich der letztern wieder bemächtigten, ward solche doch nach einer dreitägigen Bestürmung mit einer großen Niederlage der Juden völlig be⸗ hauptet. Wenige Tage nachher ward der Angriff auf die Burg Antonia gerichtet. Titus ließ nach seiner gütigen und mitleidigen Gesinnung die Belagerten abermals durch den Josephus zur Übergabe ermahnen; allein ob dieser gleich durch eine sehr nachdrückliche Rede und mit Tränen sie zu bewegen suchte, so wurden doch alle Vorstellungen nur mit Schimpfworten undU5 mit Pfeilen erwidert. Viele Einwohner suchten indes durch die Flucht ihre Errettung und erhielten auch solche, wenn sie der Wachsamkeit und den Schwertern der Besatzung zu entgehen vermochten, durch die Gelin⸗ digkeit des Titus. Die aber in die Hände der Römer fielen, wurden in so großer Menge in dem Angesichte der Stadt gekreuzigt, daß nach Josephi