Druckschrift 
Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche : [nebst] Gebete [und] Lektionar [und] Ordnung des Haupt-Gottesdienstes an Sonn- und Festtagen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi. 205

Akeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht:Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um einen Töpfers⸗ Acker, als mir der HErr befohlen hat.

Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm; Wir dürfen niemand töten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde.

Da fingen an die Hohenpriester und Altesten ihn hart zu verklagen und sprachen: Diesen sinden wir, daß er das Volk abwendet, und verbietet, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht: Er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus, und rief Jesum und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus aber stund vor dem Land⸗ pfleger, und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andre von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet, was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus ant⸗ wortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren, und in die Welt kommen, daß ich die Wahrheit eugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und die Hohenpriester und Altesten beschuldigten ihn hart, er aber antwortete nichts. Da fragte ihn Pilatus abermal und sprach: Antwortest du nichts? Hörest du nicht, wie hart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf Ein Wort mehr, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hieher.

Da aber Pilatus Galiläa hörte, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit gehörte, Übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh; denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; Er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten stunden, und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habet diesen Menschen zu mir bracht, als der das Volk abwendet; und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, die ihr ihn beschuldiget; Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn bracht, das des Todes wert sei. Darum will ich ihn züchtigen und los geben.