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Evangelisches Gesangbuch für Rheinland und Westfalen : [nebst] Ordnung des Gottesdienstes
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Gebete in allerlei Not.

E. Gebete in allerlei Rot.

1. Gebet um Hilfe.

Allmächtiger, ewiger, barmherziger Gott, der du bist von Herzen gütig, langmütig und von großer Gnade und Treue und lässest dich des Übels reuen, wir bitten dich demütiglich, du wollest dein väterliches Angesicht nimmermehr von uns wenden in aller unsrer Widerwärtigkeit, sondern deine gnädige und väterliche Hand uns reichen und uns endlich von allerlei Jammer und Not des Leibes und der Seelen ewiglich erlösen, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen.

2. In innerer Anfechtung.

Lieber himmlischer Vater, ich danke dir, daß du mich in der heiligen Taufe zu deinem lieben Kinde aufgenommen und mich durch dein Wort geheiliget und bisher erhalten hast.

Weil ich aber mit großer Traurigkeit meines Herzens beladen und täglich geängstiget werde, daß ich meine Betrübnis nicht aussagen noch aussprechen kann: so bitte ich dich, treuer Gott, verlaß mich doch nicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir, halte mich fest bei deiner Hand, daß ich nimmermehr sinke noch von dir geschieden werde. Mit tran⸗ rigem Herzen stehe ich des Morgens auf, mit betrübtem Geist esse ich, mit Angst und Schmerzen lege ich mich wieder nieder und habe keine Ruhe in mir: ach Gott, siehe an mein Elend und Kummer; ich wollte dir gerne mit fröhlichem Herzen und Munde dienen, aber ich vermag es nicht, wie stark ich mich wehre und dawider streite, ich bin gar zu schwach zu diesem großen Kampf. Darum hilf mir Schwachen, o du starker Gott, und gieb mir deinen heiligen Geist, der mich erfreue und tröste in aller meiner Traurigkeit. Ich weiß ja, daß ich dein bin im Tode und Leben, es kann mich nichts von dir scheiden, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Trübsal noch Angst, ob ich gleich jetzt in Angst und Kümmernis schwebe.

Herr, ich hoffe auf deine Gnade, du wirst mich nicht unerhöret von dir lassen, sondern alle Angst aus meinem Herzen reißen und mir ein neues Freudenlied in meinen Mund geben. So will ich dich für deine Güte rühmen, loben, preisen und danken und dir dienen hier und in Ewigkeit. Amen.

3. Bei einem Ungewitter.

O du großer und schrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährst wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest: wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblick verderben, wenn du deine vernichtenden Strahlen auf uns gehen hießest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und erzittern, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Rollen deines Donners. Ach gedenke nicht unserer Sünden und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Bewahre uns Leib und Seele, Haus und Hof und die lieben Früchte des Feldes. Behüte uns vor grausamem Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ängstliche Furcht. Erhälte

II