Weihnachtslieder. 23
46.
Eigene Melodie. E dich, mein schwacher Geist, und trage groß Ver⸗ langen, ein kleines Kind, das Vater heißt,?) mit Freude zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch
die Welt mit Treuen als seine
Braut zu freien.) Jes. 9, 6.
2. Willkommen, süßer Bräuti⸗ gam, du König aller Ehren, will— kommen, Jesu, Gottes Lamm, ich
will dein Lob vermehren, ich will
dir all mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren.
3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein er⸗ wünschtes Leben für deine Feind hingeben?
4. Ist doch, Herr Jesu, deine Braut ganz arm und voller Schan⸗ den, dennoch hast du sie dir ver⸗ traut am Kreuz in Todesbanden; ist sie doch ganz und gar befleckt, mit dem Verderben angesteckt, und du willst ihretwegen den Zepter von dir legen!
5. Du Fürst und Herrscher dieser Welt, du Friedenswiederbringer, du kluger Rat und tapfrer Held, du starker Höllenzwinger, wie war es möglich, daß du dich erniedrig⸗
test so jämmerlich, als wärest du komme, bring und schenke dir,
im Orden der Bettler Mensch geworden?
6. O Freudenzeit, o Wunder⸗ nacht, dergleichen nie gefunden, du hast den Heiland hergebracht, der alles überwunden, du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern.
7. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden, komm, Schönster, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm, komm, ich will bei Zeiten dein Lager dir bereiten.
8. Sag an, mein Herzens⸗ bräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, nimm alles, was Mensch ist und heißt: ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben.
9. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir ge⸗ sungen, daß du mein Bruder wor⸗ den bist und hast die Welt be⸗ zwungen; hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben.
Johann Rist g. 1607 + 1667.
47.
Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.
I5 steh an deiner Krippe hier, Ao Jesu, du mein Leben, ich


