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Beim Versehgang. 411
Ich habe gesündigt, o Gott, durch mein Gehör; verleihe jetzt meinem Gebete ein geneigtes Ohr; erbarme dich meiner!
Ich habe gesündigt, o Gott, durch den Geruch; laß jetzt mein Gebet wie den Wohlgeruch des Weihrauchs zu dir dringen; erbarme dich meiner!
Ich habe gesündigt, o Gott, durch den Geschmack und verdient, den ewigen Tod zu schmecken; laß mich jetzt teilnehmen an dem Mahle in deinem Reiche; er⸗ barme dich meiner!
Ich habe gesündigt, o Gott, durch die Rede; so will ich jetzt nur den Schmerz meiner Seele aussprechen; erbarme dich meiner!
Ich habe gesündigt mit meinen Händen; und deine Hand hat mich berührt; schone meiner, daß mich nicht die Qual des Todes treffe!
Ich habe gesündigt mit meinen Füßen; du hast meine Schritte gezählt; strafe mich nicht wegen meiner Sünden!
Weiche von mir, Fürst der Welt! Denn ich bin ein Glied Christi, mit dem Oele gesalbt, für seine Ehre und mein Heil zu streiten. Fliehe von diesem Orte; denn ich strecke meine Hand aus nach dem Kreuz und rufe den Namen Jesus an, vor dem sich alle Knie beugen. Jesus, der dich verworfen, hat mich zu seinem Kinde angenommen. In ihm ist das Heil. Ich fürchte mich nicht, wenn ich auch schon im Schatten des Todes wandle; denn mein Jesus ist mit mir, der am Kreuze gesiegt; wer wird gegen mich sein? In ihm vermag ich alles. Die Kirche, deren Glied ich bin, steht mir zur Seite; die Pforten der Hölle werden sie nicht über⸗ wältigen. Mit dieser tröstlichen Zuversicht will ich mit dem greisen Simeon ausrufen: Nun entlaß, o Deun deinen Diener nach deinem Worte in Frieden; denn ich habe dein Heil gesehen. Amen.
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