Der Tag des herrn
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weiht./ Nuf, auf! die ihm ge⸗raub⸗te Zeit/ in sei⸗nem
————.— ——— Dien ⸗ste ein ⸗ zu ⸗ ho⸗ len.
2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne,/ dein irdisch Werk muß stille stehn;/ du sollst zu höherem Gewinne/ in deines Gottes Tempel gehn,/ ihm zu bezahlen deine Pflichten/ und zur Ver⸗ mehrung seines Ruhms/ die Werke deines Priestertums/ in tiefster Andacht zu verrichten.
3. Mein Gottl ich bin vor dir erschienen/ und gebe auf dein Winken acht;/ wie kann ich dir gefällig dienen,/ wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht?/ Wie werde ich in dir erfreuet,/ wenn er nicht stillt der Sünde Schmerz?/ Wie bet ich, wenn er nicht das herz/ ourch seine Gnade mir erneuet?
4. Kann meine Harfe lieblich klingen,/ wenn sie dein Finger nicht berührt?/ Kann ich die finstre Nacht durchoͤringen,/ wenn mich dein Licht nicht aufwärts führt?/ Kann ich ein reines Opfer werden,/ wenn deine Flamm nicht in mich fährt/ und mich in deiner Lieb verzehrt/ und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein herz so teuer/ zu seinem Tempel ein⸗
geweiht:/ hier ist dein herd, hier ist dein deuer,/ die dülle deiner herrlichkeit,/ dein Heiligtum, dein Stuhl der Gnade;/ dein Licht und Recht, das Himmelsbrot,/ des Geistes Frucht und dein Ge⸗ bot/ erfüllen diese Bundeslade. 6. In deinem haus will ich mir bauen/ die hütte, bis ich scheid einmal.„Indessen gib mir, dich zu schauen, /o Lebenslicht, den Snadenstrahll/ So feir ich recht den Tag der Sonnen,/ so hab ich meine Ruh in dir;/ ach, habe oͤu dein Werk in mir!/ Vollführe, was du hast begonnen! 7. wenn sich des Lebens Werktag' enden,/ so ruh, von allem rondienst los,/ mein Geist in Gottes Vaterhänden,/ mein Leib in seiner Mutter Schoß,/ bis beides feiern wird dort oben,/ wo man in sicherm Frieden ruht,/ nichts denket, redet oder tut,/ als dich zu lieben, dich zu loben. Christoph Wegleiter, 4 1706.


