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Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden des Herzogthums Oldenburg : [nebst] Die evangel. u. epistol. Texte
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Gebete in Beziehung auf die Feier des heil. Abendmahls. 121

sättigen und befriedigen können. Nur du giebst Leben und volles Genüge. Darum laß mich bange werden überall, wo ich dich nicht finde. Mache mich los auch von den finstern Banden der Welt, hilf auch von dem flatterhaften, zerstreuten Sinne, und führe mich so in dich ein, daß mein ganzes Wesen in dir ruhet. Mit diesem Gebete gehe ich nun zur leiblichen Ruhe. Laß den Sabbathfrieden, den du mir heute geschenkt hast, im Herzen forttönen, und mich, schlafend und wachend, in dir erfunden werden, auch noch wenn der große Tag kommt, dem keine Nacht folgt, wo du in deines Vaters Reich das ewige Abendmahl hältst mit den Deinen. Laß mich, laß mit mir die Meinen dabei nicht fehlen. Amen. (Abgekürzt nach Kapffs Kommunionbuch.)

Vor der Kranken-Kommunion.

Es hat dir gefallen, mein Gott, mich auf das Kranken bett zu legen. Weil ich aber nicht weiß, ob ich davon gesund wieder aufstehen oder darauf sterben werde, so will ich vor allen Dingen meine Seele versorgen und das Übrige dir, meinem allmächtigen und barmherzigen Gott, befehlen. Ich will mich mit dir und ebenso mit allen meinen Mitmenschen versöhnen, jetzt wo ich mich noch be sinnen kann über alle meine Sünden; ich will dich um Ver zeihung bitten, da ich noch beten kann, und Frieden suchen mit allen, die etwas wider mich haben, ehe du meine Seele mit allen ihren Schulden von mir forderst.

Ich weiß ja wohl, wer sich zum seligen Sterben be reitet, der stirbt deswegen nicht früher noch später, sondern verschafft sich damit nur den größten Nutzen, daß, wenn er gesund wird, er sich desto ernstlicher vor den Sünden hüte, die er auf dem Krankenbett erkannt und bereut hat, und wenn er stirbt, daß er versichert sei, er sterbe wohl und bereitet. Dies sind auch meine Gedanken, mein Gott, darum will ich dir jetzt beichten und das heilige Abend mahl empfangen, sodann aber geduldig, freudig und gläubig erwarten, wie du es mit mir machen wirst. Deswegen komme ich bußfertig zu dir, himmlischer Vater, und spreche: Sei deinem Kinde gnädig und rechne mir meine Sünden nicht zu um Jesu, meines Heilandes, willen. Gieb Gnade,

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