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Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden des Herzogthums Oldenburg : [nebst] Die evangel. u. epistol. Texte
Entstehung
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Gebete in Beziehung auf die Feier des heil. Abendmahls. 119

erinnern, dem will ich nachdenken, es mir einen mächtigen Antrieb sein lassen, ein gutes Gewissen zu bewahren. Wie selig werde ich dann sein! wie wohl wird mir sein in dem Frieden des Herzens, den kein irdisches Glück gewähren kann, und in jeder guten Erwartung des Zukünftigen! Wie ruhig wird dann mein Hoffen sein, auch einmal zu dem Leben bei dir zu gelangen, wo Freude die Fülle ewiglich ist! Noch ist es nicht alles erschienen, was auch ich sein und werden soll, und mein Glaube sagt es mir, daß hier noch nicht der ganze Rat meines Gottes an mir vollendet sei. Aber das weiß ich, daß, wenn es erscheinen wird, es denen nicht anders als wohl gehen kann, die dir, Herr Jesu, gleich gesinnt zu sein mit weisem Ernst sich bestrebt haben! So wandle ich denn auf der Bahn der Tugend mit gestärktem Eifer fort. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er wird mir Weisheit und Kraft verleihen, wenn ich sie aufrichrig suche; er wird mir Trost und Freude ins Herz geben, so viel ich nötig habe; er wird mir vergelten nach seiner Güte. Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.)

2. Wie sollte ich dich nicht lieben, mein Erbarmer! Du hast mich erst geliebet, du hast dein Leben für mich gelassen. Du hast mir an deinem Tische die heiligsten Pfänder deiner Liebe geschenket. Wie könnte mein Herz dabei gleichgültig und unempfindlich bleiben! Nein! das soll vielmehr meine Freude sein, daß ich mich zu dir halte. Dir, dem Erretter meiner Seele, habe ich mein Glück in der Ewigkeit zu verdanken. Wie sehr erfreut mich der Gedanke an dich! Wie sehnet sich mein Geist nach deinem beständigen Umgang! Alles, was die Welt schön, groß und erhaben nennet, müsse zu schwach sein, mein Herz von dir abzuziehen. Mit Vergnügen will ich an den Ort geben, wo dich deine Bekenner gemeinschaftlich verehren, um dir mein ganzes Herz zu opfern und dir mit innigster Ehrerbietung zu dienen. Aus gerührtem Herzen soll mein Lob und Dank emporsteigen. Alles, was ich thue mit Worten oder mit Werken, das will ich in deinem Namen, zu deiner Ehre thun. Denn darin muß sich meine Liebe gegen dich offenbaren, daß ich deine Gebote halte. Deine Liebe, die du mir erwiesen, erwecke meinen Eifer für deine Ehre. Sie ermuntere mich, recht freudig in der Ausrichtung