4 Allgemeine
6. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt; Speise mich mit Himmels⸗ brot, Tröste mich in aller Noth.
Benj. Schmolck 1672—-1737.
Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛc. 8 8⁵⁰ und heilig ist
5 die Stätte, Wo die Christen zu dir flehn. Laß, so oft ich sie betrete, Mich, o Herr, dein Antlitz sehn. In der Welt ist Sorg' und Streit, All ihr Glück ist Eitelkeit. Hier find' ich, von ihr geschieden, Deine Ruh' und deinen Frieden.
2. Heilges Wort der ew⸗ gen Weisheit, Das dem Irrthum uns entriß, Du erhellst durch deine Klarheit Unsers Geistes Finsterniß. Meine Schuld enthüllst du mir, Jeder Trug entflieht vor dir; Wo du, heilges Wort, erklungen, Hast du 190 und Bein durchdrungen.
Weinend und mit ban— gent Zagen Trat ich 5 ins Heiligthum. Doch, bald stillte meine Klagen, Herr, dein Evangelium? Ich gab mich in Gottes Hand Und, zum Mittler hingewandt, Hab' ich, ganz in ihn versunken, Gern den Leidenskelch ge⸗ trunken.
Gottesdienstlieder
4. Knie' ich an des Al⸗ tars Stufen, Ein gebeugter Sünder, hin, Hör' ich heilge Stimmen rufen: Sei getrost, dir ist verziehn! Hoch be— gnadigt steh' ich auf, Fröh— lich fördr' ich meinen Lauf, Und mein Herz ist voll Ver⸗ trauen, Was ich glaube, dort zu schauen.
5. Sieht mein Auge, naß von Thränen, Der Gelieb— ten Stellen leer, Hier stillt sich mein banges Sehnen Bei dem Zuruf: Weint nicht mehr! Aus der Welt voll Kampf und Streit Zu des Himmels Herrlichkeit, Zur Gemeine selger Frommen Hat der Herr sie aufge⸗ nommen.
6. Bin auch ich dereinst verschwunden Aus der From-⸗ men Hörer Zahl, Werd' ich einst nicht mehr gefunden Bei des Herrn geweihtem Mahl: Dann ins höhre Heiligthum Gieng mein Geist mit Preis und Ruhm, Daß er ewig sich vereine Mit der himmlischen Gemeine.
Aug. Herm. Niemeyer 1754—-1828.
Mel. Wunderbarer König ꝛe. 9 zott ist gegenwärtig:
* Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitte: Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge!


