Die 21 Artikel des Glaubens ꝛc. 513
Sünde gefallen. Also geht es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glauben ohne den heiligen Geist ist und sich allein durch eigne menschliche Kräfte regiert. Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, daß sie gute Werke verbiete, son dern viel⸗ mehr zu rühmen, daß sie lehre, gute Werke zu tun, und Hilfe anbiete, wie man zu guten Werken kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu tun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den Nächsten zu lieben, befohlene Amter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu meiden. Solche hohe und rechte Werke mögen nicht geschehen ohne die Hilfe Christi, wie Er selbst spricht Joh. 15: Ohne mich könnt ihr nichts tun ꝛe.
Der XXI. Artikel.
Vom Dienst der Heiligen.
Vom Heiligendienst wird von den Unsern also gelehrt, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so
wir sehen, wie ihnen Gnade wider⸗ fahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, daß man Exempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach sei⸗ nem Beruf, gleichwie die kaiserliche Majestät seliglich und göttlich dem Exempel Davids folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen; denn beide sind sie in königlichem Amt, welches Schutz und Schirm ihrer Untertanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll; denn es ist allein ein einiger Versöhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Je— sus Christus, 1. Tim. 2, welcher ist der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott, Röm. 8. Und der hat allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Jesum Christum in allen Nöten und Anliegen von Herzen suche und anrufe. 1. Joh. 2: So jemand sündiget, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der ge⸗ recht ist, Jesum ꝛc.
3³


