52 Gebet d. Unterthanen kur ihre Obrigkeit.
che und dem Erbschaden zu viel einraͤumen, in ihrem Muthwillen und eigenen Sinnen aufwachsen, wider⸗ spenstig und halsstarrig werden. Darum, o du heiliger GOtt, pflanze in die Herzen aller Jugend die Furcht deines goͤttlichen Namens, und der heilige Geist, welchen sie in ihrer Taufe empfangen haben, regiere und treibe sie zu allem Guten, daß sie dein Wort, dein Gesetz und Gebote lernen, dasselbige auf ihr Herz binden und an ihren Hals haͤngen, als ihren Schmuck, damit sie dir dienen in rechtschaffe⸗ nem Glaͤuben und christ⸗ lichem Gehorsam, hier zeit⸗ lich und dort ewiglich. Amen. Habermann.
Gebet der Unterthanen für ihre Obrigkeit.
Ylch GOtt, du HErr al⸗
ler HErren und Koͤnig aller Koͤnige, du Herrscher uͤber den ganzen Erdkreis, der du alle Obrigkeit hast eingesetzt und gesagt durch deinen werthen Apostel: Es ist keine Obrigkeit, sie ist von GOtt geordnet; und wer der Obrigkeit wi⸗ derstrebet, der widerstrebet GOttes Ordnung. Gieb mir, lieber Vater/ und lehre mich, daß ich die Obrigkeit fuͤr deine Ordnung erkenne, dieselbe fuͤrchte, liebe und ehre; und verleihe Gnade, daß ich und alle Untertha⸗ nen durch sie mit Gerech⸗ tigkeit regieret werde und
von ihnen Schutz habe, daß ich unter ihnen ein stilles/ geruhiges Leben fuͤhren moͤge in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Und weil du/ lieber Vater, der Koͤnige Herzen in deiner Hand hast und leitest dieselben wie die Wasserbaͤche/ so regiere auch unsere liebe Obrigkeit mit deinem heiligen Geist, daß sie vor allen Dingen GOt⸗ tes Wort lieb haben, ihre Thore weit machen und die Thuͤren in der Welt hoch, daß bei ihnen und in ihren Landen der Koͤnig der Ehren einziehe, der HErr Zebgoth stark und maͤchtig im Streit; daß sie Pfleger und Saͤugammen seien dei⸗ ner heiligen christlichen Kir⸗ che; daß sie deinen lieben Sohn kuͤssen/ daß er nicht zuͤrne; daß sie dem HErrn dienen mit Furcht und sich freuen mit Zittern. Gieb ihnen deine himmlische Weisheit, die um deinen Thron ist. Denn durch dieselbe regieren die Koͤnige/ und die Rathsherren setzen das Recht. Gieb, daß sie hoͤren das Geschrei der Ar⸗ men, und der Wittwen und Waisen Recht nicht beugen. Laß sie fuͤrstliche Gedan⸗ ken haben und daruͤber hal⸗ ten. Gieb ihnen die Gluͤck⸗ seligkeit Davids, die Weis⸗
heit Salomonis, die Sieg⸗
haftigkeit Josud, die Staͤrke Simsons. Gieb ihnen die Liebe der Gerechtigkeit, be⸗ staͤndigen Muth und Ta⸗ pferkeit wider alle Unge⸗ rechtigkeit, gluͤcklichenFort⸗
gang
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