1) Von Gott.
Mel. Nun danket alle gott ꝛc.
1 Arfoeht ies gott, Mit * ehrfuͤrcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, Als wir begrei⸗ fen können: O flöße meinem geist Die tiefste demuth ein, Und laß mich stets vor dir Voll ehrerbietung seyn!
2. Du riefst dem, das nicht war, Um lust und seligkeiten Aufs mannigfal⸗ tigste Um dich her auszubreiten. Die liebe bist du selbst, Verstand und rath sind dein; Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreun.
3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: werde! Entstand dein großes werk, Der himmel und die erde. Mit deinem kräft'gen wort Trägst du die ganze welt, Und deine macht vollführt, Was uns unmöglich fällt.
4. Du bist der herren herr; Der erde majestäten Sind, höchster, vor dir staub; Auch geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Des hoheit muß bestehn.
5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im fleisch dich sehen? Kein sterb⸗ lich auge reicht Bis zu den lichtes⸗ höhen, Von welchen du mit huld Auf deine schöpfung blickst, Und alles, was da lebt, Erfreuest und beglückst.
6. Ja, hier erkennen wir Dich nur sehr unvollkommen; Wird aber der⸗ maleinst Der vorhang weggenommen, Der dich, unendlicher, Noch unserm blick verschließt: Dann sehn wir heller ein, Wie berrlich du, gott, bist.
7. Indeß sey auch schon jetzt Dein ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein lob Von äußerst schwachen zun⸗
en! Dort soll, wann wir dereinst In lerhn licht dich sehn, Auch stärker unser lied Dich, großer gott, erhöhn.
Mel. Sey lob und ehr' dem höchst. ꝛc. 2 Daurtant ihn anesrommen
* Frohlockt ihm, alle frommen Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Der herr ist groß! sein nam'ist groß! Er ist unend⸗ lich, grenzenlos Inseinem ganzen wesen.
2. Er ist und bleibet, wie er ist! Wer strebet nicht vergebens, Ihn aus⸗ zusprechen? wer ermißt Die dauer sei⸗ nes lebens; Wir menschen sind von gestern her; Eh noch die erde war, war er, Noch eher, als die himmel.
3. Des ew'gen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle himmel nicht, Die seine kraft erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner werke wundern.
4. Wir sind allein durch seine kraft Das, was wir sind und werden! Er kennet alles, was er schafft, Im him⸗ mel und auf erden. Bei ihm ist weis heit und verstand, Und kraft und stärkez seine hand Umspannet erd und himmel.
5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller wege?ꝰ Wo ist die nacht, da sich dem herrn Ein mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in finsterniß? Was ihr beginnt; er siehts gewiß, Er sieht es schon von ferne.
6. Wer schützt den weltbau ohne dich, O herr, vor seinem falle? Allgegen⸗ wärtig breitet sich Dein auffehn über alle? Du bist voll freundlichkeit, voll huld, Barmherzig, gnädig, voll geduld, Ein vater, ein verschoner.
7. Unstraflich bist du, beilig, gut, Und reiner, als die sonne. Wohl dem, der deinen willen thut; Denn du be⸗ lohnst mit wonne; Du hast unsterblich⸗ keit allein, Bist selig, wirst es ewig
seyn. Hast freuden, gott, die fülle.


