12 Weihnachten.
4.
Ich lag in tiefer Todesnacht, du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werthe Licht des Glaubens in mir zugericht't, wie schön sind deine Stralen.
—
Ich sehe dich mit Freuden an, und kann mich nicht satt sehen; Und weil ich nun nicht weiter kann, so thu ich, was geschehen:
O daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte faßen!
5. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu,
ich will mir Blumen holen, Daß meines Heilands Lager sei auf Rosen und Violen,
Mit Tulpen, Nelken, Rosmarin aus frischen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen.
2. Zur Seiten will ich hier und dar viel weiße Lilien stecken,
Die sollen seiner Aeuglein Paar im Schlafe sanft bedecken:
1
„Doch liebt vielleicht das dürre Gras dir, Kindlein, mehr, denn alles das, was ich hier nenn und denke.
Du fragest nicht nach Lust der Welt,
noch nach des Leibes Freuden:
Du hast dich bei uns eingestellt,
an unsrer Statt zu leiden,
Suchst meiner Seelen Trost und
Freud
durch allerhand Beschwerlichkeit,
das will ich dir nicht wehren. 9
Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, Daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen:
So laß mich doch dein Kripplein
sein, komm, komm, und lege bei mir ein dich und all deine Freuden.
10. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde: Du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde:
Doch bist du so ein lieber Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet.
Paulus Gerhardt. 1656.
2
—*
Eigene Melodie.
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