Advent 4
2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können: im Nachtmahl, Tauf und Wort.
denn„ 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht em fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der
Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem keit, Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, sa d in dämpfen gar den Tod.
4. Frischauf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich. Der selbst des Tiers gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht.
1598.
5. Frischauf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfort uns schaden, dieweil uns Gott aus eur Gnaden läßt seine Kinder sein.
6. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu
besehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft — und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen her⸗ kann.
7. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt,
mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt — durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort.
hm 8. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch öů arm und schwach. Du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach. Drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, dir Hosianna singen . und ewig dankbar sein.
Johann Rist, 1607— 1667.


