Svangelisches Kirchenlied
im aus gehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert hatte jede „Rerrschaft“ den Ehrgeiz, ihr eignes Gesangbuch herauszugeben, auch wenn ihr Sebiet noch lo klein wat. Daraus ergab lich die Gelangbuchzersplitterung im evangelischen Deutschland, die dann wieder der Bearbeitung der Lieder nach dem Geschmack der Zeit Tür und Tor öffnete.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bringen die Befreiungskriege ein Aufwachen auch der geiltlichen Dichtung; Lieder von Ernlt Morit KArndt und Max von Schenkendorf sind eigentliche Kirchenlieder geworden. Dazu kommt die Belinnung auf das alte Erbgut, das in den Gelangbüchern der Kufklärung ver⸗ gelsen oder verwüssert worden war. an will, dah in den Ge⸗ fangbüchern wieder die alten Lieder in möglichit underänderter Form zu Ehren kommen. Die in den verschiedenen Gebieten durchgeführte Gesangbuchreform hat diesen Grundsatz mehr oder weniger treng zur Geltung gebracht und ilt dabei auch zu einer gewiflen gegenseitigen Annüherung der verschiedenen Gelang⸗ bücher in bezug auf die gemeinsam zu übernehmenden kern⸗ lieder gekommen. Doch blieb im übrigen die NMannigfaltigkeit des Liedbeltandes der Gesangbücher noch lehr groh.
in Philipp Spitta und Albert Knapp treten auch wieder Dich⸗ ter auf, die Kirchenlieder in gröherer Zahl dichten Im allge⸗ meinen ist das was das 19. Jahrhündert-bis zur Gegenwart— an religiöser Dichtung hervorgebracht hat, zum Kirchenlied der evangelischen Gemeinde wenig geeignet: es ilt meiltene ganz aus der Stimmung des einzelnen herauskliehende und zum ein⸗ zelnen redende Befinnungedichtung Immerhin ilt manches auch für dit Gemeinde und ihr Gesangbuch Brauchbares geschaffen worden. Das sogenannte„geiltliche Volzelied“ im engeren Sinn („Barre, meine Seele“,„lo findet die Seele“ u. mit seinen weichen einschmeichelnden Uelodien hat lich viele Anhünger er⸗ obert. 80 wenig es sich an Kraft mit dem eigentlichen Kitchen⸗ lied vergleichen kann, so wenig soll man sich rein ablehnend da⸗ gegen verhalten.—Kennzeichnend für die ausgelprochen kirch⸗ liche Lieddichtung des 19. Jahrhunderts ist das Milsionslied.
Die Gesangbuchreform dee 19. Jahrhunderteé war in weitem Umfang zum Erbe des 16. und 17. Jahrhunderts bis zum Pietis- mus einschließlich zurückgekehrt.[llit der Qende des 17. und 20. gahrhunderts setzt eine neue Gelangbuchbewegung ein, der
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