Ene lingende Gemeinde ilt die chriltliche Kirche von ihren Anftngen an gewelen, eine solche ilt sie wieder an ihren Neuan⸗ füngen als evangelische geworden, und sie hat sogleich in der ersten Zeit der Reformativn ihren Liederbesitz gehabt in Allen gemein⸗ samen Sammlungen der neugeschaffenen epangelischen Gemeinde⸗ lieder. Samenkörner sind diese ersten Liederbüchlein, deren eines, das erlte mit AVeisen verlehene, Luther selbit in die Ründe und Rerzen dergesamten evangelischen Gemeinschaft legte: bit derhal⸗ ben, ein iglicher frumer Christ woll solchs yhm lallen gefallen und wo yhm Gott mehr odder desgleichen verleyhet, helfen fördern“. in Rall und Iliederhall der gesamten evangelischen Gemeinde, in müchtigem Ansteigen in den grohen Zeiten der Frömmigkeit, noch in unsern Tagen Neues treibend, ilt daraus das evangelilche Kirchenlied zu einem Baume emporgewachsen, der Über die ganze Nlelt, wo evangelische Christen wohnen, auch da und dort auf kuatholischem Grunde, seine Nurzeln eingelenkt und seine Zweige ausgebreitet hat: in vielen Tausenden von Liedern und vielen Hunderten von leisen singt und klingt es aus Geüst und grünem Laube. Ruch wenn nicht Ueniges in der Folgezeit ganz oder zeitweilig ausgeschieden wurde, ist das Ganze immer so überreich, die Liederlammlungen selblt schon so zahlreich und verwirrend mannigfaltig, daß der christlichen Gemeinde eine Uberschau, ge⸗ schweige ein Singen aller völlig unmöglich geworden ilt, ja dah überaus Viele das Ileiste garnicht oder Manches, durch den Zeit⸗ geschmack veründert oder geradezu verunstaltet, nicht in seiner ursprünglichen Kraft und Schönheit gekannt und damit auch Bestes, was in den verschiedenen Zeiten der evangelischen Ge⸗ meinde geschenkt war, sich nicht haben zu eigen machen können.
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