Druckschrift 
Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche : [Nebst] Gebete [und] Lektionar [und] Ordnung d. Haupt- Gottesdienstes an Sonn- u. Festtagen / mit Schrift und Buchschmuck von Karl Mohrmann ; herausgegeben von dem königlichen Landes-Konsistorium
Entstehung
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Chrerbietung äußerte, ließ sich dessen er⸗ haltung mit der äußersten Sorgfalt an- gelegen sein, und ermüdete nicht, sowohl in eigener person als durch den Jo- sephus, den Johannes mit seinem gott⸗ losen haufen durch wiederholte rüh⸗ rende Vorstellungen zu vewegen, daß sie durch ihren fortgesetzten frevel das heiligtum 6ottes nicht entweihen, viel· mehr durch eine endliche Übergabe es dem Untergange entreißen möchten, versprach ihnen auch dlie ungestörte fortsetzung iyres Gottesdienstes. Allein lliese Bösewichter verschmähten dieses alles, besetzten die Tore des Tempels mit Kriegsmaschinen und machten den- selben durch Raub und Blutvergie⸗ ßen nach christi Worten nun völlig zur mördergrube. Daher sah sich Titus endlich genötigt, die äußerste bewalt zu gebrauchen, und nach verschiede⸗ nen abgeschlagenen Stürmen an die Tore desselben feuer legen zu lassen, welches denn alle vedeckten õänge um den Tempel ergriff. Er gab iwar so- gleich den Befeyl, das feuer zu löschen, um das noch unversehrte hauptgebäude des Tempels zu erhalten, aver keine menschliche Vorsicht vermochte den Rat- schluß Gottes zu verhindern. Ein hef⸗ tiger Rusfall der Juden zog das befecht in die nähe des Tempels, und ein ro⸗ mischer Soldat warf aus eigenem An⸗ triebe, oder vielmehr von einer höhern hand geleitet, einen feurigen Brand in ein fenster der an den Tempel ge⸗ bauten Zimmer. Sogleich breitete sich das feuer in diesem nevengebäude aus. Titus eilte alsbald den Brand ju löschen, aber seine Befehle wurden nicht ver⸗ nommen. Die römischen Legionen dran⸗ gen wütend auf den Tempel zu, unter⸗ hielten die immer weiter um sich grei⸗ fenden flammen, und erfüllten alles mit glut und Leichen. Titus begab sich mit einigen seiner heerführer selbst in dencempel, besah dessen heiligtum und die darin befindlichen õeräte und fand, daß die Pracht alle Hachrichten davon

sten Bemühungen, dieses Innere des Tempels zu retten, aver vergeblich; der ganje Tempel ward, wie Josephus be⸗ merkt, an eben dem cage, da der erste von den Babyloniern verbrannt wor⸗ den, durch dieflammen völlig veriehrt. Ein allgemeiner Rauv und die vlutigste niederlage verbreitete sich ohne einiges Verschonen in dem ganzen Raum des Tempels. Die römischen Soldaten pflanz⸗ ten an das östliche Tor desselben ihre Kriegesjeichen, brachten daselbst ihre heidnischen opfer, und riefen den Titus als Sieger aus. Eine Aniahl Priester, so auf der mauer des Tempels ihre Sicher⸗ heit gesucht, lehte vergeblich um ihr Le⸗ ven; Titus antwortete, die Zeit der Begna⸗ digung sei geendet, undsiemußten nun⸗ mehr mit ihrem Tempel umkommen. die Aufrührer hatten sich inzwischen mit gewaffneter hand den Weg aus dem Tempel geöffnet und verlangten eine Unterredung mit dem Titus. Die⸗ ser erbot sich, ihnen das Leben zu schen⸗ ken, wenn sie sogleich die Waffen nie⸗ leriegen und sich ergeven würden; als sie sich aber dessen, unter der vor⸗ schützung eines Eides, weigerten und einen freien Abzug verlangten, versag⸗ te er ihnen alle õnade, übergab die un⸗ tere Stadt der plünderung und dem feuer, und griff den noch übrigen ceil derselben an, in welchen sich die sämt⸗ lichen Aufrührer unter dem Simon und zohannes geiogen hatten. Sobald die römischen maschinen auch hier die mau⸗ er durchbrochen, üverfiel diese hart⸗ näckigen die mutloseste Verwirrung. Voll furcht und Schrecken verließen sie die von ihnen besetzien sehr festen Tür⸗ me, versuchten vergeblich durch die rö⸗ mischen verschanzungen zu entnkommen und verbargen sich endlich in unter⸗ irdische höhlen. Die Römer bemächtig⸗ ten sich also auch der ganjen oberen Städt, plünderten selbige und zndeten sie nach der entsetzlichsten niederlage unter den Einwohnern mit feuer an. Dieses geschah am 8. September des

weit überträfe. Er erneuerte die eifrig⸗

Jahres 70 nach Christi õeburt.

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