IHAISISSSSE
Religion und freiheit die gröͤßten õrau⸗ samkeiten vegingen; und Plünderung und mord breiteten sich allenthalben aus. Der hohepriester Ananus suchte in Jerusalem dieser vösen Rotte Finhalt zu tunz als aber Johannes von õiscala, ein sehr berüchtigter Bösewicht, nach Jeru⸗ salem kam, und die Zeloten daselbst auf seine Seite brachte, auch 20000 Jdumäer in die Stadt zog, so ward die Partei des unanus überwältigt, und dieser hohe⸗ priester, den Josephus als einen der vesten männer der damaligen Zeit ve⸗ schreibt, nebst 12000 der vorneymsten kinwohner getötet.
vespasianus eroberte in dem folgenden Jahre unter vielem Blutvergießen die um Jerusalem liegenden festen örter und näherte sich darauf dieser haupt⸗ stadt des jüdischen Tandes. Sein heer verlangte, daß er solche, bei der darin herrschenden Uneinigteit, unverzüglich angreifen möchte; allein der römische feldherr hielt ratsamer, einem Volke, das sich selbst aufrieb, und welches oott, wie er sagte, in die hände der Römer geben würge, zur eigenen Beforderung seines Unterganges längern Raum ju lassen. Der cod des nero und die darauf jolgenden öfteren Veränderungen mit dem römischen Kaisertum verzögerten die Belagerung noch weiter; und als Vespasian selbst zum faiser erwähit ward, vegab er sich nach Rom, und über⸗ ließ die fortsetzung des frieges dem Litus.
die durch die unerhörten orausamkei⸗ ten des Johannes und der Zeloten äu⸗ ßerst veängstigten ELinwohner in Jeru⸗ salem hatten in dieser Zeit ein neues heer von Räubern unter einem Anführer na⸗ mens Simon in die Stadt gelassen, um durch e von jenen Ungeheuern vefreit zu werden; allein diese abermalige ver⸗ blendung vergrößerte nur ihr Clend. Denn dieser Simon, der vereits in Idu⸗ mäa dlie fürchterlichsten VDerwüstungen angerichtet, üvertraf annoch den Johan⸗ nes an Grausamkeit und Blutbegierde, zwang denseiben, sich in den Tempel zu⸗
rückzuziehen, und da auch dessen Partei sich trennte, und ein Teil derselben un⸗ ter dem ECleazar den innern Tempel ve⸗ häuptete, so vekriegten diese drei räu⸗ bverischen haufen sich untereinander auf das heftigste, opferten eine große men⸗ ge der Einwohner ihrer Wut auf, ver⸗ darben durch Raub und Brand den in der Stadt befindlichen vorrat der Lebens⸗ mittel, und legten dadurch den Erund zu der bald nachher erfolgenden er⸗ schrecklichen hungersnot.
Bei einer solchen Verfassung rückte Titus im sievenzigsten Jahre nach Christi Ge⸗ burt im Anfange des Rprils mit seinem wohlgerüsteten heere und in Begleitung des Josephus vor die Stadt Jerusalem. Selbige war mit einer dreifachen sehr starken mauer und vielen Türmen ver⸗ sehyen und faßte, außer dem seyr be⸗ festigten Tempel, die Burg Antonia und andre feste Schlösser in sich. Die feler des osterfestes hatte auch damals eine un⸗ gewöhnliche menge Zuden in derselben versammelt, wodurch sowohl die hun⸗ gersnot desto geschwinder vermehrt, als auch der auf der ganzen Nation ruhende Fluch um so deutlicher offenbar wurde. Bei dem Anfange der Belagerung ver⸗ einigten sich zwar die drei aufrühre⸗ rischen Rotten zum tapfern Widerstande gegen die Römer, fügten ihnen durch heftige Rusfälle vielen Schaden zu, und setzten bei einem derselben selbst den Titus in die ãußerste õefahr. Allein jene vereinigung dauerte nicht lange. J0- hannes überwälligte durch List und oe. walt die Partei des Eleaar, und vemäch⸗ tigte sich unter vielem blutvergießen des ganzen Tempels. Die Verteidigung der Stadt war also zwischen ihm und dem Simon geteilet, die aber gleichfalls nicht aufhörten, sich untereinander zu vekriegen, sobald nur die Römer ihnen elnige Ruhe ließen.
nachdem ditus den Juden vergeblich den frleden hatte anbieten lassen, ward die belagerung mit großem kifer sortge⸗ setzt und gegen das Ende des Aprils dlie erste mauer und fünf Tage nachher die
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