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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
365
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Sadowski, der ihm über die Schulter schielte, ließ einen leisen Pfiff hõren.«Menschenskind, Holler, ich wußte gar nicht, daß du so noble Bekannte hast. v

cIch auch nichtꝰ, gab ich zurück.

Was? Mach keine Witzel»

Ehrenwort! Wenn ich dir sage, ich höre den Namen Egloffstein heute zum ersten Mal. v

Nicht mõglich v Sadowski faßte sich an seine herunter- hängende Nase.«Ja, was soll dann aber die Einladung hier bedeuten ꝰv

Ich zuckte mit den Achseln.

Klobocznik faltete das Telephonogramm zusammen und Sagte streng: Da schaut nichts raus als Scheiße lv Er war, seitdem man ihn plõtzlich wieder wegen der nãheren Um- stãnde bei seiner Verwundung verhört hatte, in streitsũch- tiger Stimmung und erging sich ständig in dũsteren Pro- phezeiungen. Wenn ich höre, daß irgendwelche Herr- chaften hoch oben anfangen, sich um unsereinen zu küm- mern, steigt mir gleich der Einsegnungskaffee hoch. Die haben es ja doch bloß auf unser Fell abgeschen. Das wirst du bei deinem Herrn Baron aus dem Reichsprotektorats- amt auch noch erleben!*

Ist ja lãcherlichꝰ, fand Sadowski. Wie kann eine solche Binladung Schlechtes bedeuten? Uberhaupt von einer Frau. Daß du immer den Teufel an die Wand malen mußt, Klobo! Das wahre Klageweib.v

(Der Mensch ist zum Meckern geboren.» In einem krampfigen Versuch, scherzhaft zu erscheinen, entblößte Klobocznik seine bläulichen, zahnlosen Kiefer. Doch schon in der nächsten Sekunde sackte seine Laune wieder ab. Na, wir werden ja sehen, ob ich recht habe oder nicht.*

Sadowski wehte verachtungsvoll mit der Hand. Recht haben? Du? Kommt ja gar nicht in Fragel* Freudig auf- geregt half er mir beim Knõpfeputzen. Dabei ging ihm der Mund ohne Unterbrechung. Er malte mir ein herrliches

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