(Alles Gutev, sagte die Verkäuferin, akommen Sie nur wieder, wenn Sie s0 was wie den Katechismus brauchen.v
Es war noch zu früh, um ins Krankenhaus zurückzu- kehren. Ich sah durch die tiefe Torfahrt des Deutschen Ka- sinos die Kaffeetische im Gastgarten, und ging hinein. Un- ter den alten Kastanienbäumen hatte ich als Student oft mit meinen Universitätskollegen gesessen. Der gleiche Stimmenlärm vieler, laut plaudernder deutscher Tischge- sellschaften empfing mich auch jetzt. Aber der Duft von Gulasch und Karlsbader Melange, der wie eine leckere Wolke dem Eintretenden entgegengeschwommen war, hatte schalen Ersatzgerũchen Platz gemacht; und unter den Gãsten überwogen jetzt Frauen mit den Beuteln des Sol- datenstrickwerks und ältere Herren, die alle eine gewisse Ahnlichkeit mit Onkel Helmut aufwiesen.
Ich stand unschlüssig am Fingang und wãäre vielleicht wieder umgekehrt, hätte mich nicht eines der Mädchen, die an Stelle der Kellner aufwarteten, ohne erst viel zu fragen, untergefaßt und zu einem freien Tisch geleitet. Gleich darauf brachte sie, wieder ohne zu fragen, eine Tasse Malzkaffee und ein kleines Stück Linzertorte. Die letzte Portion. Glũck gehabt, Herr Oberschützelv
Ich aß und trank, ließ mich dann— die Augen halb ge- schlossen— von der Sonne wärmen, deren Strahlen durch das Laub der Kastanien angenehm gedämpft wurden. Eine einschlãfernde, gemütliche Ruhe umfing mich.
Die Kellnerin kam wieder und legte ein paar Zeitungen auf den Tisch. Die Witzblãtter und Illustrierten sind leider im Augenblick vergebenv Sagte sie verstãndnisvoll, als ich keine Miene machte, nach den Zeitungen zu greifen, caber ich passe auf, und wenn was frei wird, sollen Sie's gleich haben.v
(Danke, Fräulein, ich hab schon was zu lesen. v Ganz in Gedanken hatte ich das Buchpaket aufgemacht und den Arndt-Band herausgeholt. Ein verschnittenes Seiteneck
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