Als hãtte sie nur auf das Stichwort gewartet, erschien in diesem Augenblick Schwester Gertrud, von uns Korporals- stock genannt, eine lange, fischäugige Ostpreußin, die für Patienten vom Unteroffizier abwãrts nichts als hochnãsige Verachtung übrig hatte.
Klobocznik, Einlaufl» kommandierte sie,«Hosen run- ter, ins Bett l Sie stieß Klobocznik die Klistierspritze in den After, rasch und mitleidslos, als steche sie mit der Tranchiergabel in ein gebratenes Huhn. Klobocznik gur- gelte einen halben Fluch hervor.«Huch, das will Soldat sein lv fuhr Schwester Gertrud ihm über den Mund.«Na, Ihnen wird ein bißchen Abhärtung im Schützengraben richtig gut tun.» Damit marschierte sie ab.
Klobocznik hielt sich den Bauch. Was hab ich gesagt?» ãchzte er, wenn sich schon ein Weibsbild mit mir abgibt, dann ist es so'n Korporalsstock. Also die ist glatt imstande und durchlõchert einem mit der Spritze die Eingeweide. Er zupfte trübselig an seinen borstigen Nasenhaaren. Heutzutage weiß man wirklich nicht mehr, was besser ist: krank sein, oder...»Mitten im Satz turnte er aus dem Bett
und griff nach dem Nachtgeschirr.
Klobocznik war ins Militärkrankenhaus eingeliefert worden, gerade als ich nach ũberstandener leichter Gehirn- erschütterung auf die Allgemeine Chirurgie überführt wurde; und er hatte es sofort zuwege gebracht, in das glei- che Zimmer wie ich gelegt zu werden.
Klobocznik behauptete, er sei auf Wache vor einem Heeresmagazin von reichsfeindlichen Elementen überfal- len und ins Handgelenk geschossen worden. Htwas anders prãsentierte sich sein Fall in der Parstellung von Gerda Putz, die mich einmal besuchte und bei dieser Gelegenheit mit dem neuesten Bataillonsklatsch bekannt machte. Wenn man ihr glaubte, war Klobocznik nur mit knapper Not um eine Untersuchung wegen Selbstverstümmelung herumge-
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