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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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den Klobo anꝰ, meckerte er, wahrhaftig, der spielt Kan- didaten für die Pahldorfer Irrenanstalt!

Der Dicke schüttelte sich wie ein Hund, der aus dem Wasser kommt.«Ach, du! Stell wenigstens die Lärmkiste ab. v Er schielte bõse nach dem Radio hin, aus dem eines jener von Dietz bevorzugten Schlachten-Hörspiele pras- selte.«st ja nicht mehr zum Aushalten.»

Dietz feixte. Was habe ich gesagt? Reif für Dahldorf... Aber da ist Pelius vEr legte den Zeigefinger an die Lippen.

Das Hörspiel hatte mit einem grellen Tusch geendet. Der Ansager kündigte den geopolitischen Sachverständi- gen der Prager Deutschen Funkstunde, Hauptmann a. D. von Pelius an. Gleich darauf begann eine zackige Stimme zu dozieren:(Der im neuesten Wehrmachtsbericht ge- nannte Ort Elista , der von beweglichen Kräften unserer Infanterie in überraschendem Vorstoß gegen das Wolga- delta genommen wurde, ist Hauptstadt des Kalmücken- gebiets. Vom Standpunkt der Geopolitik aus läßt sich ũber dieses Steppenland eine Menge sagen.v Es folgte eine langatmige Beschreibung von Landschaft, Bevölkerung, Tier- und Pflanzenwelt. Abschließend stellte der Haupt- mann in leicht vorwurfsvollem Tone fest, daß ein außer- ordentlich trockenes Klima die Oberflächengewässer des neu eroberten Gebietes allzu starker Verdunstung aus- Setze, was sie salzig und zu landwirtschaftlicher Nutzung ungeeignet mache. Das Steppengras sei von geringem Füt- terungswert und komme höchstens für Schafhaltung in Betracht.

Damit ging Hauptmann von Delius ab, während eine Pfeiferkapelle den Alten Preußischen Jägermarsch into- nierte.

Klobocznik knurrte:«Na, das hat gelohnt. Kalmücken- steppel Schon verratzt.

Was? Wieso schon verratzt dv wollte Dietz wissen. Was ist dir nun wieder nicht recht, alter Rettich?»

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