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Rahmen; sie lagen schief, waren wohl erst nachträglich und in Hast hinzugefügt worden, wobei Seelke sich verschrie- ben hatte.
Marofke setzte ein Protokoll auf und ging dann, um den Feldwebel oder Oberleutnant Malzahn von dem Vorgefal- lenen zu verständigen. Uns trug er auf, den Leichnam in das Hinterzimmer der Kantine zu schaffen und zu warten, bis eine Ambulanz vom Bataillonsrevier kãme.
Der Kantineur wollte die Schlinge durchschneiden, doch Klobocznik ließ das nicht zu. Nur ein ganzer Selbstmör- derstrick bringt nämlich richtig Glückv, erklärte er mit Sachkenntnis, rollte den Strick umstãndlich zusammen und verwahrte ihn in seiner Hosentasche.
Seelke bot keinen guten Anblick mit den hervorgequol- lenen trũbweißen Augen undder dickgeschwollenen blauen Zunge, die zwischen den gefletschten Zähnen hervorhing. Ich deckte ihn schnell mit einem Tuch zu.
Gerade als wir im Begriff waren, das Hinterzimmer zu verlassen, rollte der Leichnam von der Bank hinunter, auf die wir ihn gelegt hatten. Mir gab es einen Stich. Ich sah, daß auch Klobocznik zusammenzuckte und daß Dietz, plõtzlich grün geworden, die Hände gegen den Magen preßte. Nur Chabrun war nichts anzumerken.
(Jetzt muß ich ihm doch wahrhaftig noch einmal, Still- gestanden! kommandierenv, nãselte er kopfschũttelnd und gab Klobocznik ein Zeichen, mitanzupacken und Seelke auf die Bank zurückzuheben.
Im Schankraum, angesichts der Mädchen, die uns ver- stört entgegenstarrten, gewann Dietz seine Uberstramm- heit wieder. Er bestellte eine Runde Fallschirme, große Kelche mit einem Gemisch aus drei verschiedenen Schnäp- sen, von denen einer so scharf und bitter schmeckte wie denaturierter Spiritus- und wahrscheinlich auch nichts an- deres war.
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