liches hervorbrachte: Der... der... Seelke hat sich... auf der Latrine... erhängt!v
Hulda kreischte auf wie eine überfahrene Katze. Ihr Wimmern und Heulen wollte kein Ende nehmen.
Gerda suchte die Freundin zur Ruhe zu bringen, wurde aber von einem heftigen Hustenanfall gepackt, und lief vom Tisch weg. Auf dem Taschentuch, das sie sich vor den Mund hielt, erschienen rote Flecken. Der Husten hörte endlich auf, kehrte jedoch gleich darauf mit verstärkter Ge- walt zurũck. Gerdas Kõrper flog wie im Krampf. Erschõpft lehnte sie sich an das Orchestrion.
Plõtzlich begann das Instrument wieder zu spielen. Eine geisterhaft entstellte, rõchelnde Blechstimme sang:
Im Winter, da schneit der Schnee, Im Sommer, da wächst der Klee, Dann kehr ich wie-hieder...
Dietz wollte sich auf den Musikkasten stürzen, doch Chabrun riß ihn zurück.
Indem verstummte auch das Instrument.
Chabrun ergriff eines der vollen Gläser, hob es zuerst gegen das Orchestrion, dann gegen die kleine Tür. Rüh- ren, Finanzunterkontrolleur Seelkelv sagte er mit leicht ironischer Feierlichkeit.
(Na, erlaube mal, was soll das?» ereiferte sich Dietz. Man kann doch auf einen Soldaten, der so was anstellt und dann noch Hand an sich legt, anstatt seine Schuld an der Front gutzumachen, unmöglich trinken?v
Uber Chabruns Gesicht lief ein nachsichtiges Lächeln und verlor sich in den hochmütig hinuntergekrümmten Mundwinkeln. eErstensv, entgegnete er, asind wir alle etwas alkoholisiert und angebrõckelt. Zweitens trinke ich ja gar nicht auf ihn, sondern gebe ihm nur eine letzte Order. Und drittens ist der Finanzunterkontrolleur und Familienvater Seelke als Soldat ein einziger Irrtum ge-
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