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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
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die Gläser bis zum Rande; bat um einen Brotkanten und eine saure Gurke; begann schließlich, ein Glas nach dem anderen zu leeren, wobei er zwischendurch nur so lange innehielt, als er brauchte, um abwechselnd an der Gurke und am Brot zu riechen. Nach dem letzten Glas biß er von der Gurke ab, schluckte ein Stückchen Brot nach und wischte sich mit seinem seidenen Taschentuch die Lippen.

Dann lud er Dietz ein, nachzusehen, ob sich in den Glã- sern noch ein Trõpfchen befinde.«Unsere Vorvãter haben freilich zum Schluß immer noch einige Gläser verspeist, Sozusagen als Nachtisch. Aber sie waren eben aus hãrterem Holz geschnitzt. Ich kriege gerade noch meinen Meter hin- unter, das ist alles. Nachher reicht es bloß zu Brot und Gurke. Immerhin, den Meter mach ich mit Anstand, comme il faut, und wenn sich irgendwo auch nur ein Trop- fen übrig findet, dann will ich mein Lebtag keinen Schnaps mehr anrũhren. Na, geh schon und schau nach, Dietz!v

Gerda schloß sich Dietz an.«Zickezacke lv begeisterte sie sich, adas ist mal ein Mann, euer Gefreiter l* Bevor Cha- brun dagegen etwas tun konnte, hing sie an seinem Hals und versuchte, ihn zu küssen. Chabrun wurde stocksteif; man konnte fõrmlich sehen, wie Kälte von ihm ausstrahlte. Enttãuscht ließ Gerda von ihm ab und machte sich wieder an Dietz heran.

(Ahav, knurrte der, chat dich der Hert Baron abfahren lassen? Recht geschicht dir. Was gibst du dich auch ab mit ihm? Weißt du denn nicht, daß wir alle nur Schweine- futter sind in seinen Augen? Aber es kommt auch noch der Tag für diese Herrchen, für dieses ganze Junker- pack.. Jawohl, Junkerpack lv schrie er, als Gerda ihm den Mund zuhalten wollte, beruhigte sich jedoch schnell und kniff sie in den Busen.

Gerda wies Dietz zurecht:«aHusch! Du solltest ihm lie- ber zeigen, daß du's gerade so gut kannst wie er.v

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