Druckschrift 
Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
261
Einzelbild herunterladen

Bei der Befehlsausgabe war weder Oberleutnant Mal- zahn noch der Kompaniefeldwebel anwesend. Auch Seelke fehlte.

Wollen wir wetten, daß der jetzt Kattun bezieht von wegen den Würstenꝰ, flũsterte mir Klobocznik zu.

Bevor ich antworten konnte, schnarrte Unteroffizier Ma- rofke, der als Rangältester das Kommando führte, sein eStillgestanden v Er holte zwei Zettel aus seinem dicken Notizbuch. Von dem ersten las er die ũbliche Diensteintei- lung für den nãchsten Tag ab; als er den zweiten vornahm, rãusperte er sich bedeutsam, wölbte die Brust noch um ei- niges mehr vor und stellte sich auf die Fußspitzen; dann trompetete er: ¶Alles mal herhõren 1 Soeben ist der folgende Sonderbericht aus dem Führerhauptquartier durchgegeben worden!

Der Bericht verzeichnete entscheidende deutsche Siege in Nordafrika und Rußland . Feldmarschall Rommels Afri- kakorps habe Marsah Matruh, die letzte ãgyptische Feste auf dem Weg zum Suezkanal gestürmt. Im Osten sei der Kampf᷑ um Sebastopol endgũltig abgeschlossen, der letzte Rest der Besatzung vernichtet worden. Weiter nõrdlich wurden deutsche Truppen schon jenseits des Don gemel- det, in unaufhaltsamem Vormarsch gegen die Wolga, die einzige noch übriggebliebene Lebenslinie des Sowjetrei- ches, was Marofke durch besondere Betonung hervor- hob.

Er schloß daran seine eigenen Betrachtungen über die Auswirkung der eben gemeldeten Siege. Das Kriegsende zu Weihnachten sei nunmehr sicher. Daran werde auch die von unseren Feinden großmäulig angesagte amerikani- sche Hilfe nichts mehr ändern. Die Geschichte von 1918 wiederhole sich nicht. Diesmal stehe ein nationalsozialisti- sches Deutschland der verjudeten Feindeswelt gegenüber

261