natsplitter von Antwerpen , der mich manchmal spinnen läßt. Wenn man eine Silberplatte im Schädel trägt, muß man schließlich dem Hirn ein paar kleine außerdienstliche Sprünge erlauben, nicht wahr? Denn im Dienst, Herr, bin ich hart und kalt und verdammt zurechnungsfähig wie ei- nes von unseren Siehen-fünfzehntel-Pak-Geschützen. Da kannst du dich pei meinen Kanonieren erkundigen, Freund- chen.» Gerhard hatte bei den letzten Worten einen Blick auf seine Uhr geworfen und schnellte auf. Er winkte den Kellner heran, zahlte, ließ einen Zehnmarkschein als Trink- geld zurück und wandte sich zum Gehen.«Komm, Hans. Und vergiß, was ich da vorhin geschwefelt habe. Lauter verrücktes Zeug. Oder vielleicht war's der Zwetschgen- schnaps. Nächstens, wenn wir zusammenkommen, bring ich echten russischen Wodka mit, aus Moskau oder Tiflis . Apropos Tiflis , dort dürfte Kurt mir wohl zuvorkom- men, der ist zur Armeegruppe Manstein versetzt worden, das ist die Kaukasus -Armee. Habe ganz vergessen, dir das zu erzählen. Von Kurt weiß ich's auch, daß Tiflis eine Art Klein-Paris ist, in bezug auf das Alkoholische und auch das ewig Weibliche, haha. Na, auf Wiedersehn, mein Junge. Ich glaube, du mußt zurück ins Quartier, und überhaupt, ich habe Bahnhofsbegleitung nicht gern. Heil Hitler, Sieg- heil!v
Er hatte mir die Hand gedrückt, war dann mit einem Ruck völlig offiziell geworden. Ich salutierte. Er dankte zackig.
Ich schaute ihm nach, wie er mit den schnellen, wippen- den Leutnantsschritten die Treppe vor dem Lokal hinun- terschritt.
Aut᷑ dem Gehsteig trat ein rundlicher Mann in Lodenan- zug, mit dem Hakenkreuzabzeichen der Volksdeutschen, auf Gerhard zu, hob den Arm und schlug die Hacken zusam- men. Aus seinen Gesten und der Art seines Dienerns schloß
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