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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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Er begann mit Andeutungen über die Wirkungen des Winterfeldæugs. Seiner eigenen Batterie war es verhãltnis- mäßig wohl ergangen: die finnische Front hatte keine Ver- ãnderungen erfahren, man war im geräumigen Keller eines großen Bauernhauses vor der Kälte und den russischen Granaten gut geschützt gewesen. Aber Gerhard hatte auf einer Fahrt zum Heeresgruppenkommando von Bock ei- nen Teil des Rückzugs vor Moskau geschen, und im Früh- jahr war bei der Batterie Ersatz eingetroffen, der vorher an anderen Frontabschnitten gestanden hatte. Gerhards persõnliche Beobachtungen und das, was die Neuankõmm- linge erzählten, hatten ihm ein genügend klares Bild von den Schrecken der weißen Hölle gegeben. Doch was Ger- hard offenbar beunruhigte, tief beunruhigte und aufwühlte, war nicht die Tatsache des Fehlschlags vor Moskau und des darauf folgenden fürchterlichen Rückzugs in Fis und Schnee(die deutsche Wehrmacht hatte schließlich auch ohne Vorbereitung und trotz den scheinbar unũbersteig- baren Schwierigkeiten die Lage wieder ins Gleichgewicht gebracht), nein, das Unfaßbare war, daß die Führung einen Winterfeldzug ũberhaupt nicht vorgeschen hatte.

Wie ist s0 was nur mõglich dv Gerhard wiederholte diese Frage mindestens ein halbes dutzendmal.«Also das über- steigt meinen Verstand.v

Und da gab es noch einen anderen wunden Punkt. Seit diesem Winter war mit der Armee, ja mit dem ganzen Krieg irgend etwas vorgegangen, etwas wie eine, nun ja, eine Verhexung.

(Nimm diese Leute vom Ersatzv, führte Gerhard seine Betrachtungen weiter aus; er hatte eine Papierserviette er- griffen und begann sie zu zerfasern, asie sind an eine ruhige Front gekommen, zu einer noblen Waffe. Na, und wenn ich auch ein hundsmäßig scharfer Vorgesetzter bin, s0 habe ich doch auch ein Herz für die Mannschaft. Aber die Kerle schleichen immer so herum wie... dabei meckern

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