— Saß am Tisch, die Schultern hochgezogen und die Arme schlaff herunterhängend. Er starrte auf seine Stahlbrille, die er vor sich hingelegt hatte. Sein Gesicht wirkte nackt und hilflos; es gemahnte an einen schrumpelig gewordenen Bauernapfel.
Zuerst wollte Scelke nicht mit der Sprache heraus, doch Kloboczniks Hecheleien lõsten ihm schließlich die Zunge. Er begann zu raunzen. Es war ihm nicht gelungen, die be- Schlagnahmten Wurstwaren zurückzuerlangen, wie er ge- hofft hatte. Der Leiter des Uberwachungsamtes mußte, nach Scelkes Parstellung, auf Soldaten besonders schlecht 2u sprechen sein; er hatte nicht nur die Herausgabe der Konterbande glatt verweigert, sondern war Scelke auch mit allerhand Drohungen gekommen. Auch schien sich zu allem Uberfluß die Polizei in die Sache einmischen zu wol- len. Kurz, der Karren war heillos verfahren, und die Aus- sichten, ihn aus dem Dreck zu zichen, schienen miserapel.
Und weil Pech niemals allein kommt, hatte Seelke auch noch einen Brief von seiner jüngsten Schwester Kathrin, aus Hannover , gekriegt, mit der Mitteilung vom Tod ihres Mannes, der erst vor kurzem aus Belgien nach dem Osten geschickt worden war. Zusammen mit den vor Sebastopol GSofallenen machte das nun vier Heldentode in knapp zwei Monaten etwas happig für eine mittelgroßße Hamilie, selbst in Blitzkriegszeiten.
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