Dietz, der neben mir saß und sich ungeduldig die wei- chen Hände rieb, rief:«Das sind ja Weibergeschichten, wenn nicht Argeres. Und überhaupt, es ist bezeichnend, daß Mller und Schmidt deiner Meinung rach verwechselt werden können... Nein, nein, ich weiß schonv, krakeelte er giftig,«der Hert Baron fühlen sich natürlich in seinem Adelsstolz hoch erhaben über den Plebs. Dabei sind es ge- rade die Müllers und Schmidts, die unbekannten Soldaten des Fũhrers . N
Leg eine andere Platte einv, riet ihm Chabrun, adie hier wird nachgerade langweilig.v
Oho, du kneifstlv
Marofke unterbrach den Wortwechsel: Ruhe! Hört ihr nichts? Er legte die Hand hinters Ohr.
Durch das Motorengedröhn und Rasseln hörten nun auch wir einen besonderen Klang— rauh, klagend und doch auch melodiõs. Ich brauchte einige Sekunden, um zu erkennen, daß es Gesang war und was gesungen wurde: das Kde domov muj '— die seit dem Heydrich -Attentat verbotene volksliedhafte Nationalhymne der Tschechen .
Im gleichen Augenblick Sagte auch Dietz: Das sind die Verhafteten im vorletzten Wagen. Sie singen das Dreck- lied. Wie können die Begleitmannschaften 80 was zulas- sendv
Was liegt schon daran? meinte Klobocznik, alaß sie doch singen. Morgen oder übermorgen machen sie sowie- So die K lappe nicht mehr auf.v
Dietz widersprach heftig:«80 zu denken ist unzulãssig. Mitgefühl gegenüber einem Feind oder auch nur einer nie- deren Rasse wird zum Verbrechen am eigenen Volk.v
Was heißt denn Mitgefühl? Wir verbinden den Scha- fen ja auch nicht das Maul, wenn sie zum Vichhof gefahren werden. Sollen die Kerle sich doch heute noch heiser brül- len, wenn's ihnen Vergnügen macht!v
(Falsch, falsch, falsch!v krähte Dietz. In seinen Augen
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