teile einer neuen Blitzkur für Gonorrhöe und verwandte
Geschlechts krankheiten auseinandersetꝰte.
Ja, unsere deutsche Wissenschaft hat da wieder einmal sich selbst übertroffen l» rief er; mir war's, als hörte ich Onkel Helmut sprechen.«So ein Verfahren soll'n sie uns erst einmal anderswo nachmachen— schnell und verlãß- lich, ruck-zuck, wie eine Panzerdivision. Es bleibt halt im- mer das Alte: Germania docet. Wir sind ⁊war augenblick- lich etwas in der Klemme, weil wir nicht genügend Prä- parate bekommen, wegen der englischen Terrorangriffe auf unsere Fabriken im Rheinland, aber für dich richte ich Schon alles ein. v
Er schricb einen Dienstzettel an die Kompaniekanzlei, daß ich den nächsten Vormittag freibekommen solle, um mich zwecks Bestãtigung der Diagnose und Empfang von Heilmitteln auf dem Bataillonsrevier zu melden. Wãhrend er genießerisch den Stempel auf das Papier drückte, fragte er: ¶Apropos: hast du das am Ende bei der Putz erwischt?ꝰ Ach so, ich vergaß, du warst doch auf Vrlaub, nicht wahrdv verbesserte er sich, agut amũsiert, was? Die Heimat ist ausgehungert nach richtigen Kerlen, jaja. Oder ist es am Ende, du entschuldigst schon, aber wir sind schließlich Jünglinge unter uns, ist es am Ende in der Familie pas- siert?... Nein? Na, dann ist ja alles in Butter, obwohl an- dernfalls das Unglück auch nicht so schrecklich gewesen wãre. Wir leben nun mal in einer Umbruchzeit, da gewöhnt man sich an das Ungewöhnliche. Ja, das hat schon unser Schiller gesagt, oder war es der Goethe? Na, einerlei, jeden- falls stimmt's: Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht, und die Gewohnheit nennt er seine Amme?. v Er warf sich in die Brust, als sei er selbst der Autor des Zitats. Pann verabschiedete er mich. Wenn du willst, kannst du her- kommen, nachdem du auf dem Bataillonsrevier gewesen bist. Ich administriere dir gern die erste Spritze. Streng fachmãnnisch und ohne alle Unkosten. Gott , was tut man
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