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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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auf das sichere Leben beim WSB. zum besten. In aufge- kratzter Stimmung traten wir den Rückweg an.

Im Quartier erwartete uns die Nachricht, daß die Ur- Sache des Autobusunglũcks, bei dem Klahde umgekom- men war, nunmehr feststehe. Die Untersuchungsbehörde habe unter den Trümmern des Wagens die Reste einer tschechischen Zeitbombe gefunden. Nach den Schuldigen werde noch gefahndet, doch sei eine Reihe von Geiseler- Schießungen bereits vollstreckt worden.

VUnd das nennst du nun sicheres Lebenv, beklagte sich Seelke, ernũchtert und kleinlaut geworden, zu Klobocznik.

Der machte im ersten Augenblick ein langes Gesicht, war aber schnell wieder obenauf. Mensch, wegen 80 was laß ich mir doch nicht den Regen in Herz und Kaldaunen laufen. Wir sitzen hier immer noch verdammt gemũtlich. v

8.

Ich hatte die fatale Entdeckung schon vor mehreren Ta- gen gemacht, wat jedoch bisher vor dem Entschluß zu- rũckgeschreckt, mich zur ãrztlichen Untersuchung zu mel- den. Doch Chabrun mußte etwas gemerkt haben. Er nahm mich peiseite und sagte mir auf den Kopf zu, daß ich mit mir selbst Verstecken spiele. Ich solle die falsche Scham ũberwinden, ein Tripper sei, weiß Gott, keine Schande, Sondern höchstens ein Betriehsunfall und komme auch in den besten Familien vor. Wenn ich nicht freiwillig das Re- vier aufsuchte, und zwar schleunigst, würde er als Stuben- ältester dienstliche Maßnahmen ergreifen.

So ging ich denn.

Der Obergefreite auf dem Kompanierevier kannte mich ũchtig. Er kam von Leipꝛig, von meiner Vniversitãt. Port hatte er die jetzt üblichen drei Kriegssemester und einen

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