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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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andere ist für die Katz. Vor allem das Beiseitestehen, das Vernünfteln, das In-Frage-Zichen, das Bekritteln. Und ge- rade das Steckt in diesem Maurer, glaub mir, ich habe für so was eine Witterung wie ein Wünschelrutengãnger. Und ich werde dem Kerl noch hinter seine ekelhafte verschlos- sene Visage leuchten, oh ja.v

Dietz hatte beim Sprechen wiederholt mit der Gerte durch die TLuft gehauen, als schlage er auf jemand ein. Schweiß stand in dicken Tropfen auf seiner rotgefleckten Stirn. In den Winkeln des schmalen Mundes nistete der Schaum.

Seelke und Klobocznik kamen aus dem Portal. An der Art, wie sie gingen und lachten, erkannte ich sofort, daß etwas schiefgegangen war. Kein Waldemar lvriefKlobocz- nik denn auch, kaum daß er uns erblickt hatte. Es sei eine Totgeburt gewesen, berichtete er mit dũsterem Behagen. Das Kind, ein Zwitter, liege im Spiritus.

Und Gerda dv fragte ich.

Der haben sie eine Spritze gegeben, und heidi nach Hause.v

Ich starrte ihn ungläubig an.

(Jaja, mein Lieberv, fuhr Klobocznik fort,«die Kran- kenhausbonzen haben eben gleich rausgekriegt, daß Ger- das ganzes Vitamin B ein toter Unteroffizier ist, und da war sie natürlich unten durch. Aber auch sonst hãtte sie schwer- lich bleiben können. Es gibt nämlich nicht ein einziges freies Bett auf der Chirurgie. Und auf den andern Abtei- lungen auch nicht. Sogar die Korridore sind pelegt. Er senkte seine Stimme.«Lauter Verwundete von der Ost- front. Unter uns gesagt: dieses Sebastopol muß die reinste Schlachtbank sein. Mensch, da weiß man sich erst so ein Wach- und Sicherheitsbataillon in Prag richtig zu schät- zen. Kommt, Kinder, darauf müssen wir einen heben l»

Er zog uns in die nãchste Kncipe und gab einige Runden

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