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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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ihr auf᷑ die Stirn traten. Was ist geschehen?v stieß sie her- vor. Doch nichts mit Edwin? Mit Klahde?v Und als Cha- brun schweigend nickte: Was ist geschehen? Iet er... ist

so sagen Sie doch schon ein Wortlv Sie brach in ein kreischendes Weinen aus, das die Musik und die Gerãusche der Tanzenden übertõnte.

Es wurde still. Nur die Polka lief noch einige Takte wei- ter, kam dann aber zu einem abrupten Halt. Jemand mußte das Orchestrion gestoppt haben.

Ein dichter Kreis hatte sich um Chabrun und Gerda ge- bildet. Der Schatten hõser Erwartung legte sich auf᷑ die Ge- sichter.

In die lastende Stille Sagte Chabrun, ein wenig durch die Nase, als erteile er eine dienstliche Weisung: Der Auto- bus, der mit einem Teil der Unteroffiziersdelegation vom Berliner Staatsbegrãbnis nach Prag zurückkchrte, ist un- weit von Melnik verunglũckt. Verschiedene Anzeichen las- sen darauf schließen, daß es sich dabei um einen Racheakt reichsfeindlicher tschechischer Hlemente handelt. Eine Un- tersuchung ist eingeleitet worden. Die Zahl der Todesop- fer steht noch nicht fest, da sich einige der Schwerverwun- deten in kritischem Zustande befinden und kaum mit dem Leben davonkommen dũrften.v

Chabrun schwieg. Gerda fragte mit blauen Lippen: Und Klahde. Ist er... dv

Chabrun hob das schwere Augenlid.«Jawohl. Unter den Toten. Sie můüssen... vEr machte einen raschen Schritt auf Serda zu, die ins Schwanken geraten war und nach einem Halt um sich griff; aber bevor er sie auffangen konnte, war sie, wie gefällt, zu Boden gestürzt.

Klobocznik rief nach Wasser. aSchnell! Sie ist ohnmãch- tig geworden. v

Aber Gerda war nicht ohnmächtig; sie stieß die Hand mit dem Wasserglas von sich und bãumte sich unter durch- dringendem Stõhnen und Röcheln auf.

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