Weghören. Nichts davon wissen wollen. Nichts damit zu tun haben. Das schien mir das Beste und Klügste. Was du nicht weißt, macht dir nicht heiß. Aber beginnt nicht so jedes Sichabfinden? Und wie weit ist es vom Sichabfinden zur Gewöhnung? Wie weit von der Gewöhnung zum Mit- tun?
Wir waren lange vor dem üblichen Wecken? aus den Betten gepfiffen, mit scharfer Munition beteilt und aufLast- wagen verladen worden. Die Kompanie stieß zum übri- gen Bataillon. Das Bataillon vereinigte sich mit anderen Truppenteilen. Die halbe Garnison von Prag war auf der Fahrt nach dem benachbarten Kohlengebiet. Zuerst mun- kelte man von einem Aufstandsversuch der Bergarbeiter: dann hieß es, wir würden gegen englische Fallschirmsprin- ger eingesetzt; schließlich wurde bekannt, daß es sich um eine besonders groß angelegte Suchaktion nach den Heyd- rich Attentãtern handle, die noch immer nicht gefaßt wor- den waren. Und wãhrend eines kurzen Aufenthaltes, den er dazu benutzte,„mal höheren Orts herumzuhorchene, kam Dietz mit der Neuigkeit, daß die Geheime Staatspoli- Zei diesmal in den Besitz ganz prãziser Angaben über den Aufenthaltsort der zwei flüchtigen Haupttäter gelangt sei und daß alle an dem Fang beteiligten Truppen bei der Ver- teilung des Kopfpreises von zwanzig Millionen berück- sichtigt würden.
Was kann dabei schon für unsereins abfallen dv meinte Klobocznik, aden Rahm schöpfen ja doch die Herren von der SS. ab. v Trotzdem begann er sofort auszurechnen, wie- viel Flaschen Sliwowitz er unter der Hand beschaffen konnte, wenn unser Anteil auch nur drei Mark fünfund- siebzig pro Kopf und Nase ausmachte.
Warum drei fünfundsiebzig dv fragte Seelke.
Das müßtest du als altgedienter Finanzgaul selber am besten wissenv, entgegnete Klobocznik, awenn der Staat
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