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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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¶Aber entschuldige mal, ich meine es ganz s0, wie ich's gesagt habe. Klahde hat da wirklich Bilder und Wendun- gen von so geballter Kraft gefunden, daß ihn jeder Aba- demiker darum beneiden könnte. Nicht wahr, Holler? Nicht wahr, Chabrun?v

Chabrun bog die Mundwinkel hinunter. Wielleicht be- sorgst du dir schnell einen ãhnlichen Abgang, dann kriegst du von Klahde auch was Geballtes nachgeschmettert.v

Dietz brauste auf. Das grenzt aber... vEr bezwang sich und fuhr gedãmpft, aber mit einem tückischen Flimmern in den runden, vorstehenden Augen fort:«Mir scheint, der Herr Baron hat hier wieder einmal den gallischen Teil sei- ner Erbmasse zu Worte kommen lassen auf Kosten des preußischen Teils. v

Chabrun ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Sorgfältig rollte er eine Zigarette zu Ende und ließ sich von mir Feuer geben. Dann erst entgegnete er: alch möchte mich auf keine Untersuchung unserer Erbmassen einlassen, obwohl ich mich meiner, wie du sie zu nennen beliebst, ahem gal- lischen Vorfahren, keineswegs schäme. Die sind scit jcher gut preußisch gewesen. Nãmlich so, wie ich das Preußische auffasse: im Sinne des alten Clausewitz und seines Schülers Schlieffen. Die haben immer gefordert: mehr sein als schei- nen! Und nach meinem bescheidenen Verstand heißt das auch: weniger Reden halten 1»

Dietz bekam eine ganz lange Nase. Willst du damit etwa der Meinung Ausdruck geben, daß führenden Ortes zuviel Reden gehalten werden dv fragte er heiser.

Leg ihm doch nicht in den Mund, was er gar nicht gesagt hat!v Es war Maurer, der diesen Zwischenruf machte.

Chabrun winkte mit einer unerwartet heftigen Bewegung ab. Danke, Maurer, aber ich brauche niemand, der mich in Schutz nimmt. Ich kann das schr gut allein besorgen. Ganz besonders, wenn es sich um Dinge handelt, von denen ihr

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