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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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Mãchte geworden, die ihre Schläge nur aus dem Zwielicht undeutschen Hinterhalts führen.»

Der Befehl wurde von Unteroffizier Klahde verlesen, und für jeden, der Klahdes nationalsozialistische Erzie- hungsstunden kannte, war es klar, daß nur er den Nachruf verfaßt haben konnte. Seine abstehenden Ohren brannten, und er wõlbte die Brust vor wie Göring , wãhrend er sich bemũhte, seiner brüchigen Stimme jenen dunklen, rollen- den Klang zu geben, den er bei solchen Gelegenheiten für unerläßlich hielt.

Meisterhaft lv zischelte Dietz seinem Nebenmann Klo- bocznik zu. Er suchte sich einen Augenblick võlliger Stille für diese Bemerkung aus, so daß der Unteroffizier sie nicht überhören konnte.

Klahde ließ denn auch Dietz sofort vortreten und don- nerte ihn an: Wohl wahnsinnig geworden, was? Im Glied reden! Was haben Sie da eben gequasselt?

Daß der Nachruf auf Parteigenosse Heydrich ein Mei- sterstück ist, Herr Un'off'zier. Doktor Goebbels würde seine helle Freude daran haben. v

Klahdes Ohren wurden noch um eine Nuance rõter.«So. Hm. Na, jedenfalls behalten Sie solche Bemerkungen ge- fälligst für sich, wenn Sie im Glied stehn.v

(Zu Befehl, Herr Un'off'zierl*

Klahde versuchte, grimmig dreinzuschauen, konnte je- doch nicht verhindern, daß sich sein Gesicht in einem brei- ten Grinsen auseinanderzog.«Nach dem Dienst melden Sie sich bei mir in der Kantinev, knarrte er. Wegtreten!v

Dietz machte eine Kehrtwendung, daß es nur so knallte, und marschierte drõhnend ab.

In der Stube hieb ihm Klobocznik bewundernd auf den Rücken.«Mensch, Dietz, du verstehst es, mit Klahde um- zugehn, das muß dir der Neid lassen. Ich möchte ihm auch so Honig ums Maul schmieren können. v

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