Druckschrift 
Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen

Ich erinnere mich auch nur noch nebelhaft... Aber da war so ein Typ, Kapitän Hatteras, der wurde aus irgend- einem Grunde irrsinnig und bewegte sich ununterbrochen nach Norden... Ja, das war der Schluß der Geschichte: Kapitän Hatteras bewegte sich ununterbrochen nach Nor- den. Und schen Sie, mir schwant manchmal, daß wir in ei- ner verdammt ãhnlichen Lage sind wie dieser Kapitãn. Viel- leicht ist der Endpunkt im Osten Wladiwostok , ich weiß nicht. Wir haben da was angefangen, was angefangen, aber wo und wann werden wir es zu Ende bringen dv

Er griff wieder nach meinem Jackenknopf. Zu allem Uberfluß kam auch noch Onkel Helmut herbei. Hatte er et- was von Posselts Reden gehört? Und wollte er mich jetzt zum, Unterbauen der Stimmungꝰ einsetzen? Ich Spürte dazu gar keine Lust. Unsicher blickte ich Onkel Helmut ent- gegen; aber der schien seine Absichten geändert zu haben und selbst das Aufpulvern besorgen zu wollen. Na, lieber Posseltꝰ rief er, wieder mal in Sorgen über die Tschechen? Freund Posselt macht sich nãmlich immer unnõtige Kopf- schmerzen wegen des Gesindels dort unten. Unnötige, Sage ich, denn zum Glück haben wir ja unsern Heydrich in Prag . Der weiß, wie man durchgreifen muß, wenn's not- tut. Das ist der richtige Mann auf dem Reichsprotektor- posten. Nicht wahr, Standartenführer?» Er wandte sich mit diesen Worten an den dicken Laurinek, der soehen den Rock nur halb zugeknöpft hinter einem Vorhang hervortrat, an dem ein TäfelchenFür Herren befestigt war.«Sie kennen Heydrich doch persõnlich?

(DieSchwarze Kobra? Das will ich meinenv, rief der Dicke, cich war mit ihm in Holland . Wie er das Rotter- damer Ghetto in zwei Tagen ausgeräuchert hat... also großartig! Ein Kerl, sage ich Ihnen, meine Herren! Ener- gisch, zielklar, hart wie Stahl und dabei geschmeidig. Wie wäre es übrigens, wenn wir eins auf sein Wohl trinken würden? Guter Gedanke, was dv Er knõpfte hastig seinen

136