ãhnlicher Namen, von denen er eine große Zahl auf Lager
hatte, bereitete Onkel Helmut jedesmal einen sichtbaren
Genuß.
Auch in der Schule, im Turnverein, bei den Sãngern und Veteranen und in den zwei võlkischen Lokalblättern wur- de immerwieder aufdie Erfolge deutschen Unternchmungs- geistes hingewiesen. Diese Erfolge weckten freilich den Neid und Haß einer mißgünstigen Welt. Engländer, Fran- zosen, Tschechen, Freimaurer und Juden gõnnten dem ehr- lichen deutschen Michel nicht den ihm zustehenden Platz an der Sonne. Darum hatten sie, beispielsweise, im Jahre 1914 den Weltkrieg angezettelt, aus dem das Deutschtum nach den Worten von Onkel Helmut und Oberlehrer Zem- litschka und anderen nationalen Mãnnern nur deshalb nicht als Sieger hervorgegangen war, weil Verrat im Innern, vor allem slawischer Verrat in Osterreich , die Triumphe der deutschen Waffen an den Fronten zunichte gemacht hatte.
Aus diesem Grunde war es um das alte Osterreich auch gar nicht schade. Ohnchin war man in den nationalen Zir- keln von R... schon um die Jahrhundertwende auf die Pa- rolen des alldeutschen Ritters von Schõnerer eingeschwo- ren gewesen, der gegen Tschechen und Juden wetterte und das Heil der õsterreichischen Deutschen nur in einem An- Schluß an das benachbarte Reich erblickte. Nein, der Habs- burger Monarchie weinte man keine Trãne nach. Dagegen wurde es als schmachwoll empfunden, nach dem Zusam- menbruch Osterreichs von irgendwelchen Tschechen in Prag regiert zu werden. Man ertrug diese Schmach zu- nãchst, weil man sich immer vor der Macht duckte(und weil die Inflation jenseits und die gesicherte Wirtschafts- lage diesseits der Grenze ein Verbleiben in dem verhaßten Tschechenstaat vorteilhafter erscheinen ließ als die Ver- wirklichung der ewigen großdeutschen Sehnsucht). Doch man knirschte im Geiste mit den Zähnen und plieb natür- lich tiefinneilich alldeutsch immerdar.
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