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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
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Das seine hatte sogar zwei Spangen.(Nein, ich war nicht im Ostenv, entgegnete ich hastig,«mich hat's beim Balkan - feldzug erwischt, in Kroatien. * Ich spürte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg, und ich verschluckte mich bei- nahe heim Weitersprechen.«Hier, an der Hüfte. Eine ver- dammt langwierige Geschichte. Und nach der Aushei- lung..»

Chabrun unterbrach mich: Mußt du mir gar nicht so genau erklären, mein Junge. Und überhaupt, ich habe vol- les Verstãndnis dafũr, daß man einen guten Heimatschuß in Ehren hält, nur, sichst du, ich persõnlich habe keine Ver- wendung dafũr. Ich halte es für eine ausgemachte Gemein- heit meines werten Schicksals, daß es mich von der Front hierher verschlagen hat, wo ich eine ganz powere Figur mache. Jawohl, eine ganz powere Figur.v Er brachte das alles in einem peilãufigen Tone vor, ohne jedes Auftrump- fen und auch ohne merkbaren Sarkasmus. Ich wurde nicht klug aus ihm. Er schien das zu erraten, blinzelte mir mit dem verschlafenen Auge zu und meinte: Na, pack ab, Junge, mach dir's bequem. Die andern werden gleich da sein, dann geht's zum Futtern. v Er setzte sich rittlings auf einen Schemel und begann seine Fingernägel mit einer langen Feile zu bearbeiten.

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Die vier Mann, die noch zur Belegschaft von Stube 2 B gehörten, kamen alle auf einmal hereingepoltert, müde vom Wachdienst und nur darauf bedacht, die Ausrüstung so schnell wie mõglich abzuschnallen und dann zur Küche zu stürzen, um Essen zu holen. Das war nicht der geeignete Augenblick, um mit ihnen näher bekannt zu werden. Sie schenkten mir kaum ein paar Grunzer, als Chabrun ihnen erõffnete, daß ich der schon seit einigen Tagen erwartete Zuwachs sei.

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