10.
Als Ludwig das Verlagshaus der Herren Occam and Son verließ, blickte er noch einmal an dem schmalen, hohen Gebäude aus schwärzlichen Ziegeln hinauf, und hinunter in das Kellergeschoß, das sich gähnend nach der Straße hin öffnete. Man konnte nicht unauffälliger residieren. Von hier also gingen seit hundert Jahren die schön gedruckten Bände hinaus, an denen sich der Buchhandel allenthalben ein Muster nahm. Und in dem engen Privatbureau des Herrn Thomas Occam, aus dem er jetzt kam, hatten schon dessen Großvater und Vater mit den Historikern und Philosophen der victorianischen Ära verhandelt.
Man hatte Ludwig ohne Umstände einen Vertrag angeboten, einen sehr korrekten Vertrag, nichts Außerordentliches. Bei Erscheinen seines Buches wurde ein Geldbetrag fällig, der auf die übliche Honorarquote zu verrechnen sein würde. Das Ganze hatte nur zehn Minuten gedauert. Dann hatte Herr Occam der Audienz ziemlich fürstlich ein Ende gemacht.
Ludwig ging mit raschen Schritten die BedfordStreet hinauf, in der Richtung nach dem Museum, wo Ruth ihn erwartete. Es war ein schöner, warmer Tag, und die ziemlich düsteren Straßen hier zwischen Strand und Long Acre wirkten fast freundlich. Aber irgend ein dunkles Gefühl, als habe er etwas versäumt oder vergessen, ließ ihn nicht ganz zur Befriedigung kom
341


