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Der Reisepaß : Roman / Bruno Frank
Entstehung
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8.

Zwar wurde sie ruhig, als er ihr sagte, wer er sei, aber es war keine Freude in ihren Augen, kein rechtes Erkennen, kein Echo für das stürmische Wieder­sehensglück, das er selber empfand. Sie wendete nichts weiter ein, als er vorschlug, irgend eine Tee­stube aufzusuchen, um da in Ruhe zu sprechen. Nur schien sie nicht zu finden, daß zwischen ihnen viel zu besprechen sei.

Es störte ihn nicht. Er fühlte sich kräftig, jedes Hemmnis zu überrennen. Aber wie sie in dem klei­nen Raum als die einzigen Gäste einander gegen­übersassen, wußte er nicht wo beginnen und redete, zu seiner Beschämung, belangloses Zeug. Sie be­trachtete ihn mit traurigem Spott.

دو

Was haben Sie für ein Zucken da an der Schläfe?" sagte sie auf einmal, und eigentlich war es das Erste, was er von ihr vernahm. Sein Leidenszeichen, sein Lebensmal, sie nannte es sogleich beim Namen. Die Frage kam wie ein Schock für ihn und dennoch ver­traut, ganz natürlich.

Ihre Stimme war tief, süß und klingend, und er­weckte die unmittelbar körperliche Vorstellung ihres schmalen Rückens, der wie ein Geigenrücken erzit­tern mußte unter dem vollen Laut. Ludwig war, als liege seine Hand auf diesem Rücken, und er spüre sie leben. Vom ersten Augenblick an war er sinnlich ver­liebt in das dunkle, schöne Wesen und zugleich voll

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