Seele war ein Mord begangen worden, ein Mord wie an Rotteck. Nicht nur das Blut der Erschlagenen schrie gegen die Henker.
Opfer fallen hier,
Weder Lamm noch Stier,
Aber Menschenopfer unerhört.
Die unsterblichen Zeilen drängten sich ihm ins Bewußtsein, so stark, daß er unwillkürlich die Lippen bewegte.
Gleich andern Tages bestand er darauf, Steiger an den Ort seiner Sünden zu begleiten. Mit festlich aufgeregter Miene führte der Freund ihn umher. Wirklich, er mußte manchen Schilling hier ausgegeben haben; er kannte sich aus.
Er führte Ludwig seine Lieblinge vor, die Vögel besonders: Reiher, Marabus, und den Königsfischer, dessen Schrei klingt wie Menschengelächter. Im Papageienhaus schnatterten hundert grellbunte Plapperer von ihren Stangen, an denen sie affenmäßig verwegen turnten, die buschgekrönten Köpfchen nach unten. Aber Steiger liebte besonders einen großen, ganz schwarzen Kakadu, der vornehm ruhig saß und kein Wort sprach.
Flamingos standen in ihrem kleinen Sumpfrevier auf Beinen, die dünner waren als das dünnste Röhricht um sie, schimmernd und leuchtend in allen Farben der roten Palette, vom hauchzarten Rosa bis zum heftigsten Inkarnat.
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