Es war hier leer, wenig sauber, und es zog. Man blickte über die Gleise aufs Wasser. Auf den Schienen standen abgekoppelt braune Wagen der Internationalen Schlafwagengesellschaft. Die Luxuslinien von Berlin, Wien und Basel mündeten an diesem Quai. Vor einem der Waggons stand in seiner knappen, braunen Tracht ein junger Schlafwagenschaffner und bohrte, mit versunkenem Ausdruck, seitwärts geneigten Hauptes in seinem Ohr. Jetzt ging eine Seitentür auf, ein belgischer Gendarm in prachtvoll verschnürter Uniform marschierte durch den Wartesaal, warf den beiden einsamen Reisenden einen amtlich miẞbilligenden Blick zu und verschwand jenseits, mit Dröhnen. Hier Stunden zu verwarten, konnte sie nur verdächtig machen. Der Instinkt der Friedlosen trieb sie hinaus.
Sie durchquerten auf der Hauptstraße die Stadt. Die Ostender Bürger, die ihnen begegneten, wichen ihnen ein bißchen aus. Sie kamen beide nicht viel besser daher als Handwerksburschen. Steiger besonders in dem geschenkten Mantel, der um ihn schlotterte, mit der Umhängetasche, die zu schleppen er durchgesetzt hatte, wirkte befremdend.
Am Badestrand unten, der wüst lag, wehte es stürmisch. Das Meer ging hoch. Seekrankheit war ihnen sicher. Ach, wäre sie ihnen nur schon sicher gewesen!
Im Sturm marschierten sie einsam den Strand entlang, kamen am ungeheuern Kursaal vorüber, an dem noch Fetzen vorjähriger Konzertplakate flatterten,
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