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Der Reisepaß : Roman / Bruno Frank
Entstehung
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Im Seitenfach ertastete seine Hand ein zusammen­gelegtes Papier, es fühlte sich unbekannt an. Er nahm das Paketchen heraus. Drei Hundertmarkscheine und ein Zettel kamen zum Vorschein. Auf dem Zettel stand zu lesen:

,, Bitte dies von mir anzunehmen. Irgend etwas be­kommt man draußen wohl noch für das deutsche Schwindelgeld. Und immer glückliche Fahrt! M."

Das war Martis. Und sein Geld bedeutete mehr als sachliche Hilfe. Der Fund war ein Trost, mochte die belgische Bank nun was immer bezahlen, war ein erstes Wetterleuchten des Glücks. Ludwig setzte sich an den wackeligen Tisch und schrieb dem Chauffeur Martis einen Brief, in verhüllten Ausdrücken und ohne Unterschrift, aber mit mehreren Unterstrei­chungen, und die Hand zitterte ihm dabei, so daß die Striche krumm ausfielen und er beschloß, sich doch lieber nicht zu rasieren. Übrigens besaß er ja auch keine Klinge.

Und dann stützte er Steiger die knarrende Treppe hinunter und führte ihn ein wenig spazieren durch die kahlen Alleen im Botanischen Garten. Ein paar Tage später wurde die Abreise festgesetzt.

دو

Eines möchte ich doch noch sehn hier in Brüssel ,"

sagte Steiger ,,, und das ist Sankt Gudula."

,, Daraus wird nichts," sagte Ludwig. ,, Hat Sie darum der Doktor Bruneel injiziert, damit Sie sich tödlich erkälten. Sie wollen mich doch nicht allein­lassen in solch einer Welt!"

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