3.
Sie waren langsam vom Hradschin heruntergekommen. Unter dem Turmgewölbe, durch das man zur Karlsbrücke gelangt, blieben sie stehen. Über diese Brücke führte ihr Weg zurück. Aber es war ihnen unmöglich, sich schon zu trennen. Ohne ein Wort kehrten sie um und wandten sich wieder zur Kleinseite, nicht die Straße hinauf, die sie gekommen waren, sondern nach links hin. Sie bogen um eine Kirche. Ein länglicher Platz tat sich vor ihnen auf, verwunschen und friedevoll.
,, Was ist das?" fragte Ludwig.
,, Der Grandprioratsplatz. Ich bin manchmal hier." Der Platz bestand eigentlich nur aus zwei Häusern, langhingestreckten Palästen, ziemlich niedrig, aus Steinen von verloschenem Grau. Bloẞ um die Fenster das lackweiße Holzwerk leuchtete, und an dem Hause zur Linken, auf einem Wappenschilde, die Trikolore. Der französische Gesandte schien hier zu wohnen. Ein prächtiges neues Automobil hielt vor seinem Palais, verwunderlich inmitten dieser Versunkenheit.
Kein Laut und kein Mensch. Im Hintergrund, dort wo der Platz sich verengte, ein geschlossenes Tor. Sie begannen auf und abzuwandeln über das unregelmäßige Pflaster, unter den entlaubten Akazien. Eine Bank stand zwischen zwei Stämmen. Es dämmerte schon.
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