heut hat es seinen Jagdschein in der Tasche. Heut ist für jeden die Gelegenheit da, persönliche Rache zu kühlen. Man folgt seinem Trieb, man hat seinen Spaß und empfiehlt sich damit noch nach oben. Man arbeitet umsichtig. Es werden alle erlegt, die nach diesem ,, Führer" jemals zur Macht aufsteigen könnten; Sozialisten, Monarchisten, Katholiken, Protestanten, besser, es verbluten fünfzig zu viel als einer zu wenig. Manchmal natürlich gibt es Verwechslungen. Einer heißt Schmidt und ein Andrer heißt Schmidt, sicherheitshalber exekutiert man sie Beide.
Alle die Erschlagenen- sinds achthundert? sind es tausend? werden verbrannt. Niemand wird die entstellten Leichen mehr sehen.
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Und dann stellt Reichskanzler Hitler sich hin und ,, übernimmt die Verantwortung."
Jahrelang hat er das wüste Gehabe seiner Vertrautesten angeschaut, ihre Knabenschändungen, ihre tierische Völlerei. Nun gröhlt er über die warme Asche hin seine sittliche Entrüstung in eine ekelschauernde Welt. Aber der Ekel gilt ihm.
,, Der deutsche Unrat stinkt in die Nüstern der Welt," las Ludwig in den ruhigen ,, Times".
Unordentlich häufte und bauschte sich um ihn das Zeitungspapier. Die Hände flogen ihm. Immer suchte er noch, es war ihm nicht genug Klarheit- obwohl es genug war. Da stieß, in einem deutschen Blatt, sein Blick auf Verse. Mechanisch haftete er an den kürzeren Zeilen. Es war eine Art Hymnus. Er lautete so:
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